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Praxisbeispiel
Einsatz einer Vorrichtung als technisches Hilfsmittel

Wo lag die Herausforderung?

Behinderungsbedingt kann der Mann seine Arme und Hände nur stark eingeschränkt einsetzen. Er ist nicht dazu in der Lage, die zu kontrollierenden Belege und Formulare umzublättern, wodurch er deutlich langsamer arbeiten kann und seine Motivation und sein Selbstwertgefühl negativ beeinflusst sind.

Was wurde gemacht?

Das Greifen und Ablegen der Formulare muss nicht mehr durch einen Kollegen durchgeführt werden, sondern kann durch eine Vorrichtung an die Fähigkeiten des Mannes angepasst werden.

Schlagworte und weitere Informationen

Es liegen keine Informationen zur Förderung vor.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) mit 500 Mitarbeitern. Der zu optimierende Arbeitsplatz befindet sich im Dienstleistungsbereich bzw. im Bereich Büro- und Verwaltungsarbeiten der Werkstatt.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der und Literatur über Werkstätten für behinderte Menschen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mitarbeiter ist an einer Spastik erkrankt. Die Funktion der Hände und Arme ist stark eingeschränkt. Die rechte Hand wird ausschließlich zum Abstützen des Körpers am Tisch eingesetzt. Die linke Hand bzw. der Daumen der linken Hand wird von dem Mitarbeiter zur Eingabe der Daten benutzt. Der Mitarbeiter ist nicht fähig, die zu kontrollierenden Belege und Formulare selbst umzublättern. Dadurch wurde der Arbeitsablauf stark verlangsamt und die Motivation und das Selbstwertgefühl negativ beeinflusst.

Arbeitsaufgabe und Arbeitsablauf (Istzustand):

Der Mitarbeiter kontrolliert zuerst Formulare und Belege. Anschließend erfasst er deren Daten mit dem Computer. Auf Grund seiner Behinderung ist er nicht fähig die bearbeiteten Formulare und Belege von einem Stapel abzuheben und zur Seite zu legen. Ein Umblättern der Formulare und Belege ist auch nicht möglich. Der Mitarbeiter ist auf die Hilfe seines Kollegen angewiesen, der ihm jedes Mal nach der Bearbeitung eines Formulars ein neues hinlegen musste.

Arbeitsaufgabe und Arbeitsablauf (Sollzustand):

Die Arbeitsanforderungen, d.h. das Greifen und Ablegen der Formulare und Belege können durch eine Vorrichtung an die Fähigkeiten des Mitarbeiters angepasst werden.

Durch den Einsatz einer Vorrichtung wird der Arbeitsablauf wie folgend verändert:
- die neue Vorrichtung wird mit 100 Formularen bestückt
- das erste Formular wird über Bildschirm (Terminal) kontrolliert und eventuell korrigiert.
- der Mitarbeiter bewegt den Greifarm der Vorrichtung über das Blatt
- der Arm legt sich auf das Blatt
- der Mitarbeiter tippt auf den Arm und führt ihn wieder in die Ausgangsstellung, dabei wird das Blatt vom Arm abgestreift und rutscht in die Ablage.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Dreipunktgriff
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgreifkraft
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft
  • IMBA - Antrieb
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Selbständigkeit
  • IMBA - Umstellung
  • MELBA - Antrieb
  • MELBA - Feinmotorik
  • MELBA - Selbständigkeit
  • MELBA - Umstellung

Referenznummer:

R/PB0299


Informationsstand: 14.08.2012