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Praxisbeispiel
Gestaltung eines Montagearbeitsplatzes in einer Werkstatt für behinderte Menschen

Es gibt 2 Abbildungen zu diesem Praxisbeispiel:

  1. Arbeitsplatz|(p002049)Arbeitsplatz
  2. Arbeitsplatz|(p002049)Arbeitsplatz

Wo lag die Herausforderung?

Durch die behinderungsbedingten Muskelverkrampfungen kommt es zu Lähmungen in beiden Beinen und im linken Arm. Der Mann kann sich nur mit einer Gehhilfe fortbewegen und nur im Sitzen arbeiten, wobei ebenfalls sein Greifraum und das Handhaben von Gegenständen eingeschränkt sind. Er benötigt entsprechende Hilfsmittel an seinem Arbeitsplatz in einer Werkstatt für behinderte Menschen.

Was wurde gemacht?

Der Mann soll Kleinteile an einem Montagearbeitsplatz zu einfachen Baugruppen montieren. Bei der Gestaltung des Montagearbeitsplatzes musste darauf geachtet werden, dass der Mann ohne Belastungen und selbstständig arbeiten kann. Dafür wurde unter anderem ein ergonomischer Bürostuhl angeschafft, mit denen der Mann in einer ergonomischen Körperhaltung arbeiten kann und sein eingeschränkter Greifraum und seine Handhabung wurden ebenfalls berücksichtigt.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Qualifizierung des Mannes im Berufsbildungsbereich wurde von der Arbeitsagentur gefördert. Das Integrations- bzw. Inklusionsamt förderte die behinderungsbedingten Mehrkosten für die behinderungsgerechte Arbeitsplatzgestaltung.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Arbeitsagenturen und Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) bietet Menschen mit Behinderungen, die nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden können, u. a. die Möglichkeit der beruflichen Qualifizierung mit einer anschließenden Beschäftigung im Arbeitsbereich.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der und Literatur über Werkstätten für behinderte Menschen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mannes:

Der Mann hat eine Spastik. Durch die auftretenden Muskelverkrampfungen kommt es zu partiellen Lähmungen der Extremitäten (beide Beine und linker Arm bzw. linke Hand). Eine Fortbewegung ist nur mit Gehhilfen möglich. Der Mann kann nur in sitzender Körperhaltung arbeiten, wobei zusätzlich der Greifraum, das Greifen und Handhaben eingeschränkt sind.

Beruf:

Der Mann wurde vom Reha-Team der Arbeitsagentur an die WfbM vermittelt. Zu Beginn nahm der Mann drei Monate am Eingangsverfahren in der WfbM teil. Im Eingangsverfahren erfolgte die Feststellung der Neigungen, Leistungsfähigkeit, Eignung sowie Fertigkeiten. Auf dieser Basis wurde dann ein entsprechender Eingliederungsplan erstellt. Anschließend wurden im Berufsbildungsbereich zwei Jahre lang seine Fähigkeiten und Fertigkeiten geschult, um später eine Tätigkeit im Arbeitsbereich der WfbM aufnehmen zu können.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mann soll Kleinteile an einem Montagearbeitsplatz im Arbeitsbereich zu einfachen Baugruppen montieren. Bei der Gestaltung des Montagearbeitsplatzes mussten folgende Aspekte zur behinderungsgerechten Gestaltung berücksichtigen werden:
- hydraulisch höhenverstellbar Montagetisch mit Seitenverblendung als Sichtschutz für den Fußbereich
- Auslegung für das überwiegende Arbeiten mit der rechten Hand
- Füße einspannbar bzw. anschnallbar auf einer Fußstütze mit Absatzabstützung (mittels Seilzug rechts per Hand verstellbar)
- Fußstütze und Arbeitsstuhl als ergonomische Einheit auf einer verfahrbaren Ebene, die in verschiedenen Positionen feststellbar ist
- Arbeitsstuhl in Sonderausführung im Bereich der Armlehnen, des Sitzes und der Rückenlehne mit Dreharretierung
- Anordnung sämtlicher Hilfsmittel (Elektroschrauber und Sichtlagerkästen) und Werkstücke im Greifraum am Montagetisch
- Befestigung in zwei Achsen schwenkbarer Stative zur Aufnahme von Sichtlagerkästen am Montagetisch
- Verringerung der Haltearbeit beim Handhaben des Elektroschraubers durch einen Federzug zur Werkzeugaufhängung
- Verschiebbare Armauflagen am Montagetisch zur Gewährleistung des erforderlichen Freiraumes für die Hände und zum Stützen der Arme

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Sitzen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Dreipunktgriff
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgreifkraft
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft
  • ERGOS - Sitzen
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Sitzen
  • MELBA - Feinmotorik

Referenznummer:

R/PB1605


Informationsstand: 17.08.2012