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Praxisbeispiel
Von der Werkstatt für behinderte Menschen zur Beschäftigung als Hausmeistergehilfe

Wo lag die Herausforderung?

Behinderungsbedingt sind die Motorik des Mannes, sein Greifraum, die Lastenhandhabung und seine Fähigkeit komplexe Sachverhalte sowie Probleme schnell zu verstehen/lernen eingeschränkt. Hilfe war nötig, um den Mann in die Arbeitswelt zu integrieren.

Was wurde gemacht?
Innerhalb von 10 Jahren in der Metallverarbeitung einer WfbM konnte er seine Leistungsfähigkeit und Selbständigkeit mit Hilfe eines Betreuers immer weiter steigern. Vom IFD konnte der Mann zunächst für ein vierwöchiges Praktikum als Hausmeistergehilfe an seinen jetzigen Arbeitgeber vermittelt werden. Nach einer weiteren Verlängerung des Praktikums um vier Wochen wurde der Mann, wegen seiner Motivation, der gezeigten Leistungen und Zuverlässigkeit, fest eingestellt.

Schlagworte und weitere Informationen

Der Arbeitgeber erhielt vom Integrations- bzw. Inklusionsamt eine Einstellungsprämie und einen Lohnkostenzuschuss. Die Gewährung der Einstellungsprämie und des Lohnkostenzuschusses wurden durch spezielle Sonderförderprogramme ermöglicht.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrations- bzw. Inklsuionsämter und der Integrationsfachdienste.

Arbeitgeber:

Das Unternehmen hat 40 Mitarbeiter und baut, verwaltet sowie besitzt Immobilien. Zum Immobilienbesitz gehört auch eine Seniorenwohnanlage mit einem Park.

Kommentar des Arbeitgebers zur beruflichen Teilhabe des Mitarbeiters:

„Die Ruhe des Mitarbeiters passt zu dem Klientel, das im Seniorenwohnpark lebt. Auch wenn er eine Aufgabe mal etwas langsamer erledigt, wird seine Arbeit von den alten Menschen sehr geschätzt. Und er bewältigt trotz seiner Körperbehinderung Arbeiten, die wir vorher nicht für möglich hielten.“

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Lernbeeinträchtigung und eine einseitige Spastik an den Gliedmaßen einer Körperhälfte (Hemispastik). Behinderungsbedingt sind seine Motorik, sein Greifraum, die Lastenhandhabung und seine Fähigkeit komplexe Sachverhalte sowie Probleme schnell zu verstehen - bzw. die dazu erforderlichen fachlichen sowie theoretischen Inhalte zu lernen - eingeschränkt.

Übergang Schule - Werkstatt für behinderte Menschen - allgemeiner Arbeitsmarkt:

Nach Abschluss der Förderschule mit Förderschwerpunkt Lernen wurde der Mann von der Arbeitsagentur in eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) vermittelt, da er aufgrund seiner Behinderung noch nicht selbstständig genug war eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt aufzunehmen. Im Rahmen des dreimonatigen Eingangsverfahrens in der WfbM wurde zunächst ermittelt für welche Tätigkeiten er eingesetzt werden kann und dementsprechend eine berufliche sowie persönliche Förderung festgelegt. Nach dem Eingangsverfahren wurden im Berufsbildungsbereich zwei Jahre lang die praktischen Fähigkeiten, die Leistungsfähigkeit und die Persönlichkeitsentwicklung geschult sowie gefördert. Im Anschluss erfolgte eine weitere Beschäftigung im Arbeitsbereich der WfbM zur Metallverarbeitung. Innerhalb von 10 Jahren in der Metallverarbeitung konnte er seine Leistungsfähigkeit und Selbständigkeit mit Hilfe eines Betreuers immer weiter steigern. Mit steigender Leistungsfähigkeit und Selbständigkeit wuchs der Wunsch in ihm außerhalb der WfbM zu arbeiten. Die WfbM setzte den Mann zunächst für eine Zeit auf einen sog. Außenarbeitsplatz bei einem Schokoladenhersteller und einem Regalhersteller ein. Vom Status blieb der Mann in dieser Zeit jedoch immer noch ein Mitarbeiter der WfbM und wurde vom sozialen Dienst der WfbM betreut. Aufgrund seiner guten Leistungen auf den Außenarbeitsplätzen wurde von der WfbM ein Integrationsfachdienst (IFD) zur Vermittlung und Begleitung auf den ersten Arbeitsmarkt eingeschaltet. Vom IFD konnte der Mann zunächst für ein vierwöchiges Praktikum als Hausmeistergehilfe an seinen jetzigen Arbeitgeber vermittelt werden. Nach einer weiteren Verlängerung des Praktikums um vier Wochen wurde der Mann, wegen seiner Motivation, der gezeigten Leistungen und Zuverlässigkeit, fest eingestellt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mann arbeitet als Hausmeistergehilfe. Zu seinen Aufgaben gehören z. B. das Kehren von Laub, das Säubern der Beete sowie Wege und das Wechseln der Lampen.

Eigendarstellung des Mitarbeiters zur beruflichen Teilhabe:

„Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob die Arbeit als Hausmeistergehilfe das Richtige für mich ist. Als Werkstattmitarbeiter hatte ich vorher nur in der Metallverarbeitung und im Lager gearbeitet. Aber das Praktikum hat mir sehr gut gefallen und jetzt möchte ich hier gerne für immer arbeiten.“

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Dreipunktgriff
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgreifkraft
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - Lernen/Merken
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Selbständigkeit
  • IMBA - Tragen
  • IMBA - Umstellung
  • MELBA - Feinmotorik
  • MELBA - Lernen/Merken
  • MELBA - Selbständigkeit
  • MELBA - Umstellung

Referenznummer:

Pb/110758


Informationsstand: 05.10.2012