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Praxisbeispiel
Umschulung eines Schlachters zum Galvaniseur

Wo lag die Herausforderung?

Durch eine Wirbelsäulenerkrankung kann der Mann seinen Beruf als Schlachter nicht mehr ausführen. Der Hausarzt regte ein berufliche Neuorientierung an.

Was wurde gemacht?

Der Mann wünschte sich eine Umschulung zum Galvaniseur. Die Arbeitsagentur stimmte dem Wunsch zu. Zu einer Berufsfindung und Arbeitserprobung kam es deshalb nicht. Er nahm vor der Umschulung in einem Berufsförderungswerk an einem Reha-Vorbereitungslehrgang teil. Aufgrund erheblicher Konzentrationsschwierigkeiten musste der Mann den theoretischen Teil der Ausbildung wiederholen. Den praktischen Teil absolvierte er allerdings gut und bestand zunächst auch nur diesen Teil der Prüfung. Nach erneuter Vorbereitung bestand er jedoch auch den theoretischen Teil. Nach einem Bewerbungstraining bekam er einen Arbeitsplatz in einem Galvanikbetrieb. Er arbeitet bis heute dort.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Umschulung wurde von der Arbeitsagentur gefördert, die auch die Beratung und Vermittlung zum BFW übernahm.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Arbeitsagenturen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mannes:

Der Mann hat an eine Wirbelsäulenerkrankung, die schmerzbedingt zu häufigen Ausfallzeiten führte. Behinderungsbedingt kann er bestimmte Tätigkeiten bzw. die damit verbundenen Halte- und Tragarbeiten nicht mehr ausführen.

Beruf:

Der Mann arbeitete als Schlachter und konnte seinen Beruf nicht länger ausüben.

Umschulung:

Der Hausarzt gab den Anstoß zu einer beruflichen Neuorientierung. Der Schlachter bemühte sich daraufhin um ein Gespräch beim Reha-Team der Arbeitsagentur. Die Beratung war sehr ausführlich und informativ. Nach mehreren Gesprächen, in denen zunächst der Metallbereich favorisiert wurde, hatte er dann durch die Kenntnis eines entsprechenden Betriebes selbst die Idee, eine Ausbildung zum Galvaniseur aufzunehmen. Diesem Wunsch wurde von der Arbeitsagentur entsprochen. Zu einer Berufsfindung und Arbeitserprobung kam es deshalb nicht.
Bevor die Ausbildung zum Galvaniseur in einem Berufsförderungswerk (BFW) begann, nahm der Umschüler im BFW an einem fünfmonatigen Reha-Vorbereitungslehrgang (RVL) teil. Zu Beginn hatte er erhebliche Konzentrationsschwierigkeiten, sodass er den Anforderungen nur mit Mühe gerecht wurde. Er musste den ersten Ausbildungsabschnitt der Fachausbildung, wegen mangelnder theoretischer Kenntnisse, wiederholen. Seine praktischen Fertigkeiten waren jedoch gut. Während des Ausbildungsverlaufs hatte er weiterhin Mühe, den theoretischen Ausbildungsanforderungen gerecht zu werden. Die Abschlussprüfung bestand er dann zunächst auch nur im praktischen Teil. Nach einer Wiederholung des vierten Ausbildungsabschnittes und erneuter Vorbereitung auf die Prüfung legte er diese dann erfolgreich ab.
Seine Beschwerden haben sich im Lauf der Umschulung erheblich verbessert. Hinsichtlich der Abschlussprüfung hatte der Umschüler bezüglich des praktischen Teils keine Angst. Den theoretischen Teil erlebte er dagegen als sehr stressig.

Übergang Umschulung - Beruf:

Was die Stellensuche anbelangte, fühlte er sich durch das Bewerbungstraining im BFW gut vorbereitet. Bereits seine erste Bewerbung führte zur Einstellung in einen Galvanikbetrieb. Er arbeitet nach wie vor in dem Betrieb. Heute ist er als Anlagenführer für 48 Galvanik-Bäder zuständig.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB1744


Informationsstand: 16.04.2020