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Angaben zum Praxisbeispiel

Einsatz einer Plasmakopierbrennmaschine für einen Mitarbeiter mit einer Wirbelsäulenerkrankung

Arbeitgeber:

Das Unternehmen ist in der Stahlbaubranche tätig.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der schwerbehinderte Mann kann aufgrund einer Wirbelsäulenerkrankung, einer Herz-Kreislauf-Erkrankung und Gelenkschäden keine schweren Lasten manuell heben bzw. tragen und keine großen Hitze- und Gasbelastungen ausgesetzt werden.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist gelernter Schweißer und in der Firma als Brennschneider beschäftigt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Die von einem Anreißer gekennzeichneten Bleche und Stahlplatten werden je nach Größe per Muskelkraft oder mit Hilfe eines Hallenkrans auf die Brennböcke gehoben. Der Mitarbeiter hat die Aufgabe, unter Verwendung eines handgeführten Schneidbrenners, die angezeichneten Konturen aus den Blechplatten auszuschneiden. Hierbei handelt es sich um eine feinmotorische Arbeit, die im Stehen und vorgebeugt mit hoher statischer Komponente, bei gleichzeitiger Einwirkung von Hitze und Gasen, ausgeführt werden muss. Während des Brennvorgangs muss der Mitarbeiter zum Schutz gegen den Funkenflug entsprechende Schutzkleidung tragen, welche ein sehr hohes Eigengewicht hat.
Nach dem Brennschneiden sind die ausgeschnittenen Teile mit dem Hammer oder einer Brechstange aus der Platte zu lösen und per Muskelkraft oder mit Hilfe des Hallenkrans zur Weiterbearbeitung bereitzustellen.
Die grathaltigen Schweißkanten sind in der gewünschten Form entweder mit dem Brenner oder mit einem handgeführten Kantenformer zu entgraten. Der Kantenformer hat ein Gewicht von ca. 12 kg und beansprucht durch die auftretenden Vibrationen vor allem den Hand- und Armbereich der Arbeitsperson.
An dem Brennplatz werden Bleche und Platten zwischen 5 und 30 mm verarbeitet. Der Arbeitsplatz ist in Minimalform so eingerichtet, dass die dort geforderten Tätigkeiten ausgeführt werden können. Dabei ist es unvermeidbar, dass die bearbeiteten und unbearbeiteten Blechteile so lange per Muskelkraft bewegt werden, bis es von einer bzw. zwei Personen nicht mehr möglich ist. Die Anforderungen liegen so, dass sie sowohl das Herz-Kreislauf-System als auch die Wirbelsäule und die Großgelenke stark beanspruchen und somit für den Mitarbeiter nicht tragbar sind.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Der Arbeitsplatz des Brennschneiders wird mit einer Plasmakopierbrennmaschine umgerüstet. Die Bleche werden nur noch mit Hilfe des Krans aufgelegt und ausgerichtet. Der Maschinenbediener stellt nun den Brenner sowie die Vorschubgeschwindigkeit ein und legt eine Zeichnung mit den gewünschten Konturen in die Maschine ein. Dann schneidet die Plasmakopierbrennmaschine die gewünschten Werkstücke aus. Nach dem Brennschneiden sind die Werkstücke und Restbleche unter Verwendung des Hallenkrans mit einem Elektromagneten vom Brenntisch abzunehmen. Die Vorbereitung der Schweißnahtkanten kann ebenfalls mit der Plasmakopierbrennmaschine durchgeführt werden. Durch den Einsatz der Plasmakopierbrennmaschine und eines Elektromagneten ändern sich die Anforderungsmerkmale des Arbeitsplatzes so, dass der Mitarbeiter die Tätigkeit weiter ausführen kann.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung:

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.



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Referenznummer:

R/PB0179



Informationsstand: 10.01.2011