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Angaben zum Praxisbeispiel

Ausbildung eines Rollstuhlfahrers mit einer Muskelatrophie und Wirbelsäulenerkrankung zum Bürokaufmann in einem Berufsbildungswerk

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist für die Zeit der Berufsausbildung des Jugendlichen ein Berufsbildungswerk.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Jugendlichen:

Der Jugendliche hat eine spinale Muskelatrophie mit progressivem Verlauf, eine Wirbelsäulendeformierung und eine Fehlstellung der Extremitäten. Behinderungsbedingt sind seine Atemfunktion, seine Motorik (Kopf- und Handkontrolle nur bedingt möglich) seine Mobilität (auf den Elektro-Rollstuhl angewiesen) und sein Greifraum (durch die Sitzposition) eingeschränkt.
Der Jugendliche kann, wegen der Gefahr von Druckgeschwüren, nicht dauerhaft sitzen. Er benutzt deshalb die meiste Zeit einen Polstersessel, der mit Rollen versehen wurde, so dass er damit auch fortbewegt werden kann. Er benötigt eine Betreuung (z. B. für die Pflege und Nahrungsmittelaufnahme), die durch einen Zivildienstleistenden übernommen wird.

Übergang Schule - Ausbildung:

Der Jugendliche erwarb seinen Hauptschulabschluss an einer Schule für Körperbehinderte. Im Anschluss qualifizierte er sich an einer höheren Handelsschule weiter. In einem Berufsbildungswerk absolvierte er abschließend eine Ausbildung zum Bürokaufmann, die er schriftlich und praktisch als bester Auszubildender abschloss. Bevor er jedoch die Ausbildung beginnen konnte, wurde vom Berufsbildungswerk mit Hilfe eines Profilvergleiches ermittelt, ob der Jugendliche überhaupt in seinem Wunschberuf ausgebildet werden konnte. Das Ergebnis zeigte dabei welche Arbeitsanforderungen an die Fähigkeiten des Jugendlichen angepasst werden mussten.
In REHADAT finden Sie auch Einrichtungen, die behinderte Menschen ausbilden.

Ausbildung und Arbeitsplatz:

Der Auszubildende arbeitet an einem Bildschirmarbeitsplatz. Zur Kompensation seiner behinderungsbedingten Einschränkungen wurde der Arbeitsplatz mit technischen Hilfsmitteln ausgestattet. Eine Kleinfeldtastatur mit integriertem Maussimulator wurde an einem PC angeschlossen, so dass er seine an einer Armschlinge hängende Hand einsetzen und Bewegungen in einem Radius von zwanzig Zentimetern ausführen kann. Die Tastatur wurde in einer Erprobungsphase mehrfach angepasst und auf eine schräg verstellbare Arbeitsplatte montiert. Die Eingaben macht der Auszubildende mit einem leichten Magnetstift, den er zwischen Daumen und Zeigefinger hält. Zur weiteren Unterstützung steht ihm eine Arbeitsassistenz zur Verfügung.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung:

Die behinderungsgerechte Gestaltung und die Erstausbildung im Berufsbildungswerk wurden von der Arbeitsagentur gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Arbeitsagenturen.



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Referenznummer:

R/PB2924



Informationsstand: 24.11.2009