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Angaben zum Urteil

Krankenkasse muss jährlich Echthaarperücke bezahlen

Gericht:

SG Koblenz


Aktenzeichen:

S 9 KR 756/15 / S 9 KR 920/16


Urteil vom:

30.11.2016



Pressemitteilung:

(SG Koblenz vom 16.12.2016)

Das SG Koblenz hat entschieden, dass eine unter totalem Haarausfall leidende Frau jährlich Anspruch auf Versorgung mit einer Echthaarperücke hat.

Die beklagte Krankenkasse war bereits mit Urteil des SG Koblenz vom 01.10.2015 verpflichtet worden, der Klägerin die Kosten für eine 2014 beschaffte Echthaarperücke zu erstatten. Dies hatte die Krankenkasse mit der Begründung abgelehnt, eine Kunsthaarperücke sei ausreichend. 2015 und 2016 beschaffte sich die Klägerin neue Perücken und gab an, nach jeweils einjähriger Tragedauer seien die Perücken aufgetragen gewesen.

Das SG Koblenz hat der Klage stattgegeben.

Das Sozialgericht hat die etwa ein Jahr getragenen Perücken in Augenschein genommen und hat nach Vernehmung einer sachverständigen Zeugin entschieden, dass die Beschaffung der neuen Perücken gerechtfertigt war. Selbst nach einer Reparatur, die überdies 8-12 Wochen gedauert hätte, seien die Perücken nur noch eingeschränkt benutzbar, etwa beim Sport, um die neue Perücke zu schonen. Als Dauerversorgung seien die ein Jahr getragenen Perücken trotz sorgfältiger Pflege nicht mehr geeignet gewesen. Der Auffassung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung und der Krankenkasse, auch eine Echthaarperücke könne über mehrere Jahre genutzt werden und die Klägerin müsse während des Zeitraums einer Reparatur die Haarlosigkeit durch Tragen eines Kopftuchs kaschieren, erteilte das Sozialgericht eine Absage.


Quelle:

JURIS-GmbH


Referenznummer:

R/R7201


Weitere Informationen

Themen:
  • Gesetzliche Krankenversicherung /
  • Hilfsmittel /
  • Leistungsträger /
  • Prothesen

Schlagworte:
  • Alopecia /
  • gesetzliche Krankenversicherung /
  • Haarverlust /
  • Hilfsmittel /
  • Kahlköpfigkeit /
  • Kostenübernahme /
  • Krankenversicherung /
  • Notwendigkeit /
  • Perücke /
  • Prothese /
  • Sozialgerichtsbarkeit /
  • Urteil /
  • Versorgungsanspruch /
  • Zumutbarkeit


Informationsstand: 27.03.2017

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