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Angaben zum Urteil

Ausstattung mit einer Perücke zur Vorbeugung gegen drohende Behinderung - Glatzenbildung bei Männern

Gericht:

LSG München 4. Senat


Aktenzeichen:

L 4/Kr 45/77


Urteil vom:

13.09.1978


Grundlage:

RVO § 182 Abs 1 Nr 1 Buchst c Fassung 1974-08-07 / RVO § 182b Fassung 1974-08-07 / RVO § 182 Abs 1 Nr 1 Buchst b Fassung 1974-08-07 / RVO § 182a Fassung 1974-08-07



Sonstiger Orientierungssatz:

1. Die gesellschaftliche Integration von Männern - insbesondere im fortgeschrittenen Alter - wird durch den häufig vorkommenden Schwund des Haupthaares nicht beeinträchtigt. Demzufolge ist die Gewährung einer Perücke - von Einzelfällen entstellender Veränderungen der Kopfhaut abgesehen - grundsätzlich ausgeschlossen.

2. Die Ausstattung mit einem Toupet zu dem Zwecke, einer drohenden Behinderung vorzubeugen, setzt voraus, daß die Behinderung eine gewisse Erheblichkeit aufweist. Unterkühlungsbeschwerden, Schnupfen und Kopfschmerzen können nicht als Behinderungen von gewisser Erheblichkeit angesehen werden.
Die Gewährung eines Toupets muß auch gerade dann ausgeschlossen sein, wenn zur Vorbeugung gegen zukünftige Beschwerden Gegenstände und Maßnahmen der allgemeinen Lebensführung, insbesondere das Tragen von Kopfbedeckungen ausreichen und zumutbar sind.

Fundstelle:

Meso B 340/27 (ST1-2)


Quelle:

JURIS-GmbH


Referenznummer:

KSRE021211112


Weitere Informationen

Themen:
  • Hilfsmittel /
  • Prothesen

Schlagworte:
  • Behinderung /
  • Entstellung /
  • Glatze /
  • Haarausfall /
  • Haarersatz /
  • Haarverlust /
  • Heilmittel /
  • Hilfsmitteleigenschaft /
  • Kahlköpfigkeit /
  • Kälteempfindlichkeit /
  • Kopfbedeckung /
  • Kostenübernahme /
  • Mann /
  • Perücke /
  • Prävention /
  • Prothese /
  • Sozialgerichtsbarkeit /
  • Toupet /
  • Urteil /
  • Zumutbarkeit


Informationsstand: 01.03.1993

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