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Angaben zum Forschungsprojekt

Hilfsmittel in der Rehabilitation

Hilfsmittel (HM) sind integraler Bestandteil der neurologischen Rehabilitation. Nur wenige Studien geben bisher Auskunft über den Umfang von HM-Verordnungen, deren direkte Kosten und das häusliche Gebrauchsverhalten.

Fragestellung:

Das Projekt untersucht vier Fragestellungen:
(A) Art, Umfang und Kosten von HM in einer neurologischen Rehabilitationsklinik,
(B) häusliche Nutzungsverhalten, Lieferzeitpunkte und Praktikabilität aus Patientensicht,
(C) Einfluss der HM auf die Selbsthilfekompetenz im täglichen Leben zu Hause und
(D) Einfluss von Orthesen und Handstöcken auf das Gehen hemiparetischer Patienten.

Studiendesign:

(A) Prospektive Langsschnittstudie über 2 Jahre für alle neurologischen Patienten der Klinik mit (B) HM-Fragebogen 6 Monate nach Entlassung an alle Patienten mit verordnetem HM und (C) funktionellen Assessments (Rivermead ADL, FAC, Barthel-Index) mit/ohne HM drei und sechs Monate nach Entlassung im Rahmen von Hausbesuchen sowie (D) biomechanischer Untersuchungen des gesunden und des gelähmten Beines.

Ergebnisse:

A) 998 Patienten erhielten phasenspezifisch 4,6 HM/Person (Phase B), 3,0 HM/Person (Phase C) und 0,6 HM/Person (Phase D). Die durchschnittlichen HM-Ausgaben/Patient betrugen: DM 4770,- (B), DM 2310,- (C) und DM 339,- (D). Der Anteil der HM an den stationären Reha-Kosten reichte von 3,2 % (Phase D) bis 9 % (Phase B und C). Im internationalen Vergleich werden in Deutschland weniger HM eingesetzt bei gleichzeitig längerer Aufenthaltsdauer.

B) Die N = 203 Patienten beurteilten die HM als praktisch und benutzten sie regelmäßig. Defizitär waren die Lieferzeiten; kompetente Ansprechpartner fehlten. Obwohl die Verordnungen sinnvoll waren, traten eine Vielzahl von Problemen im Alltag der Patienten auf, so dass die Einrichtung einer HM-Ambulanz angezeigt ist.

C) Der Einsatz der HM steigerte die ADL-Kompetenz der Patienten um bis zu 20 %, vor allem im motorischen Bereich. Die HM wurden zu Hause effektiv und effizient eingesetzt, die motorische Kompetenz durch die HM gesteigert.

D) Unterschenkelschienen und Stöcke bewirkten ein sicheres, schnelleres und effizienteres Gehen hemiparetischer Patienten (N = 40). Relevante Muskeln wurden fazilitiert. Ein bis dato üblicher zögerlicher Einsatz von Orthesen und Stöcken in der Gangrehabilitation hemiparetischer Patienten ist also nicht angezeigt, eine frühe Versorgung hingegen ratsam.

Forschungsverbund BBS

Hinweis: Die Informationen zu diesem Projekt sind archiviert und werden nicht mehr aktualisiert.



Beginn:

01.07.1998


Abschluss:

30.06.2001


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Abstract

Technical Aids in the Rehabilitation

Technical aids (TAs) like wheelchairs, orthosis, walking aids, toilet and bathroom facilities are an integrated part of the rehabilitation of neurological subjects ( patients after stroke, brain tumour and head trauma as well as subjects with Multiple Sclerosis).

At the moment just a few data exist about sorts of TAs, number and costs of prescribed TAs for neurological in-patients in Germany; nor about the use pattern and satisfaction af TAs after discharge. Therefore the current project analyses the sorts of technical aids, costs and use pattern as well as the level of satisfaction with the prescribed technical aids supprted of 4 neurological patient groups. The applied methods are document analysis of medical records, home sent questionnaires, home visits and the implementation of counter of kilometres and steps.

The study is carried out in the Kinik Berlin, a rehabilitation centre specialised of the therapy of neurological and orthopaedic diseases.

A second comparative study analyses the efficiency of the moment (start or end of clinical stay) to prescribe an Ankle-Foot-Orthosis (AFO) for patients with gait disabilities. Current arguments are that the AFO is tending to provoke a pathological gait pattern. Investigation results of the project leader cannot confirm this assumption. The current investigation has an experimental two group design: One group will get the AFO immediately after the start of the clinical stay, the other one will get the current treatment, i.e. this patients will be provide with the AFO at the end of the clinical stay. The aim of this analyse is to investigate the differences between these two groups.


Referenznummer:

R/FOFVB2B2


Informationsstand: 20.08.2019