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Praxisbeispiel
Barrierefreie Gestaltung für eine Telefonistin

Wo lag die Herausforderung?

Die Frau ist querschnittgelähmt, weshalb sie einen Rollstuhl nutzen muss und ihr Greifraum sowie ihre Mobilität eingeschränkt sind. An ihrem Arbeitsplatz waren entsprechende Anpassungen nötig.

Was wurde gemacht?

Um der Mitarbeiterin die Kommunikation mit den Besuchern zu erleichtern, wurde die Abschirmscheibe des Empfangbereiches entfernt und durch ein Schiebefenster ersetzt, dass sich in ihrem Greifraum befindet. Innerhalb und außerhalb des Gebäudes wurde alles behinderungsgerecht so hergerichtet, dass die Frau sich selbstständig und problemlos fortbewegen kann.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Gestaltung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsumgebung wurde zu 90 % vom Integrationsamt gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrationsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Gemeindeunfallversicherungsverband.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau ist querschnittsgelähmt. Sie ist auf die ständige Nutzung eines Rollstuhls angewiesen. Ihr Greifraum und ihre Mobilität sind behinderungsbedingt eingeschränkt. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100. Ihr Schwerbehindertenausweis enthält die Merkzeichen H, G, aG, B und RF.

Beruf:

Die Frau ist als Telefonistin beim Arbeitgeber beschäftigt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Arbeitsplatz der Frau befindet sich in der Telefonzentrale. Sie nimmt die eingehenden Telefongespräche an und vermittelt sie weiter an die zuständigen Sachbearbeiter. Außerdem empfängt sie Besucher, hilft ihnen bei Fragen und beschreibt ihnen den Weg zu den zuständigen Sachbearbeitern. Um der Mitarbeiterin die Kommunikation mit den Besuchern zu erleichtern, wurde die Abschirmscheibe des Empfangbereiches entfernt und durch ein Schiebefenster ersetzt, dass sich im Greifraum der Telefonistin befindet.

Arbeitsumgebung - Mobilität:

Damit die Mitarbeiterin ihren Arbeitsplatz barrierefrei erreichen kann, wurde auf dem Innenhof des Verwaltungsgebäudes ein behinderungsgerechter Parkplatz eingerichtet und entsprechend beschildert. Zusätzlich wurde dort ein Carport aufgestellt, damit sie wettergeschützt vom Auto in den Rollstuhl umsteigen kann. Vor dem Gebäude wurde die Bordsteinkante abgesenkt (max. 2 cm hohe Schwelle) und eine ebene Fläche von 150x150 cm vor der Tür angelegt. Die Eingangstür wurde mit einem automatischen Türantrieb zum Öffnen bzw. Schließen ausgerüstet und der Anschlag der Tür nach rechts umgerüstet. So wird vermieden, dass die Frau evtl. von der sich öffnenden Tür erfasst und verletzt wird. Mit dem Aufzug, der sich direkt neben der Eingangstür befindet, gelangt die Mitarbeiterin in das ca. 1,5 m höher gelegene Erdgeschoss. Auf dem Weg zur Telefonzentrale wurde eine schwergängige Metalltür mit einem automatischen Türantrieb ausgerüstet, ebenso die große und schwere Kantinentür. Um ihr ein selbständiges Erreichen der Toilette zu ermöglichen, wurde die vorhandene Rampe so gestaltet, dass eine maximale Steigung von 6% nicht überschritten wird. Das vorhandene WC wurde versetzt angepasst, damit die Mitarbeiterin eine Anfahrmöglichkeit bzw. ausreichende Fläche für den Rollstuhl hat und so ohne Probleme mit Hilfe eines Stützhandgriffes auf die Toilette umsetzen kann. Das Waschbecken wurde ebenfalls versetzt und unterfahrbar installiert. Damit die Mitarbeiterin im Notfall Hilfe rufen kann, wurde in der Toilette eine Notrufanlage im installiert.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Steigen (Leiter/Treppe)
  • EFL - Treppe steigen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Treppensteigen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Klima
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Stehen

Referenznummer:

R/PB4870


Informationsstand: 22.01.2010