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Praxisbeispiel
Gestaltung eines Arbeitsplatzes für einen Mechaniker

Es gibt 2 Abbildungen zu diesem Praxisbeispiel:

  1. Greifräume|(p107722)Hebesystem
  2. Greifräume|(p107722)Hebesystem

Wo lag die Herausforderung?

Durch den Rollstuhl ist ebenfalls sein Bewegungs- sowie Greifraum und die Fähigkeit Lasten zu handhaben eingeschränkt. Ohne die erforderlichen Hilfsmittel ist der Karosseriebauer nicht in der Lage, seiner Arbeit nachzugehen.

Was wurde gemacht?

Mit Hilfe eines mobilen Hebesystems positioniert er die zu montierenden Rollstühle auf einer elektrisch höhenverstellbaren Werkbank. Die zur Montage der Rollstühle und Handbikes erforderlichen Werkzeuge befinden sich in einem in seinem Greifraum befindlichen Werkstattwagen mit Rollen. Ein elektrisch betriebener Spindelantrieb ermöglicht die Höhenverstellung der Tischbohrmaschine. Gemeinsam mit noch einigen anderen Hilfsmitteln, wird dem Mann ein selbstständiges und behinderungsgerechtes Arbeiten ermöglicht.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Arbeitsplatzgestaltung wurde vom LWL-Integrations- bzw. Inklusionsamt Westfalen gefördert. Die Beratung zur behinderungsgerechten Gestaltung erfolgte dabei durch den Ingenieur Fachdienst für behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung des LWL-Integrations- bzw. Inklusionsamt Westfalen.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern aller Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Das Unternehmen stellt individuell angepasste Kinderrollstühle und Handbikes her.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Durch einen Unfall kam es zu einer Querschnittslähmung des Mannes, die zu einer Lähmung der unteren Extremitäten bzw. Beine führte. Er ist behinderungsbedingt auf die Nutzung eines Rollstuhls angewiesen. Außerdem sind durch die Behinderung und die erforderliche Rollstuhlnutzung sein Bewegungs- sowie Greifraum (Bild 1) und die Fähigkeit Lasten zu handhaben eingeschränkt.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist ausgebildeter Karosseriebauer und arbeitet beim Arbeitgeber im Werkstattbereich als Mechaniker.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

In der Werkstatt des Unternehmens montiert der Mitarbeiter Rollstühle und Handbikes. Die zu montierenden Rollstühle und Handbikes werden mit Hilfe eines mobilen Hebesystems (Bild 2), dessen Standort einfach mit einem Gabelhubwagen verändert werden kann, auf die Werkbank befördert und dort entsprechend zur Montage positioniert. Die Steuerung des Hebesystems wurde für die Nutzung durch den Rollstuhlfahrer mit einem Hängetaster und einem mechanischem Lastenaufnahmemittel ausgestattet. Die Werkbank kann mit dem Rollstuhl unterfahren werden und elektrisch, in Abhängigkeit des zu bearbeitenden Werkstückes, auf die optimale ergonomische Arbeitshöhe verfahren bzw. positioniert werden. Die zur Montage der Rollstühle und Handbikes erforderlichen Werkzeuge befinden sich in einem Werkstattwagen mit Rollen, der dicht in der Nähe zur Werkbank abgestellt werden kann, so dass der Mitarbeiter einen schnellen Zugriff auf Werkzeug und gleichzeitig zusätzliche Ablageflächen innerhalb seines Greifraums hat. Für die auszuführenden Arbeiten benötigt der Mitarbeiter auch eine Tischbohrmaschine, die auf einem unterfahrbaren und in der Höhe optimal angepassten Arbeitstisch steht. Die Höhenverstellung des Bohrkopfes der Tischbohrmaschine wird durch eine Gasdruckfeder unterstützt. Dennoch war der erforderliche Kraftaufwand zur Höhenverstellung aus der sitzenden Position nicht aufzubringen. Die Gasdruckfeder wurde durch einen elektrisch betriebenen Spindelantrieb ersetzt, so dass ein einfaches Einstellen auf die unterschiedlichen Werkstücke möglich wird. Auch Schleifarbeiten kann der Mitarbeiter direkt am Arbeitsplatz ausführen. Hierfür wurde ein Absaugsystem mit Schwenkarm für entstehende Stäube am Arbeitsplatz installiert. Durch das Verlegen des Schleifarbeitsplatzes an seine Werkbank entfallen zusätzliche Wege und Transporte bei der Werkstückbearbeitung. Außerdem ermöglichen dem Mitarbeiter die von der Decke abgehängten flexiblen Anschlussleitungen im gesamten Arbeitsbereich, der über ausreichend große Bewegungsflächen für den Rollstuhlfahrer verfügt, uneingeschränkten Zugriff auf Strom und Druckluft.
Durch die Arbeitsplatzgestaltung konnte für den Mitarbeiter ein selbstständiges und behinderungsgerechtes Arbeiten ermöglicht werden.

Arbeitsumgebung und Mobilität:

Die Wege im Unternehmen und die Sanitär- sowie Sozialräume waren bereits für Rollstuhlfahrer barrierefrei gestaltet. Die Wege im Unternehmen wurden dazu mit Rampen sowie Türen mit elektrischen Türantrieben und die Sanitärräume mit entsprechenden Hilfsmitteln (z. B. Waschbecken, Toilette, Spiegel, Stützhandgriffe und Notrufanlage) zur Nutzung für Rollstuhlfahrer ausgestattet (z. B. zum Umsetzen vom Rollstuhl auf die Toilette).

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitssicherheit
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Gase/Dämpfe/Stäube
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Stehen
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

Pb/110772


Informationsstand: 17.02.2012