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Praxisbeispiel
Arbeitsgestaltung für einen Landwirt

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann ist querschnittgelähmt, weshalb er einen Rollstuhl nutzen muss und sein Greifraum, seine Mobilität und seine Fähigkeit Dinge mit den Füßen zu bedienen eingeschränkt sind. An seinem Arbeitsplatz waren entsprechende Anpassungen nötig.

Was wurde gemacht?

Ein umgebauter Trecker, für dessen Nutzung der Mann eine zusätzliche Fahrprüfung ablegen musste, ermöglicht ihm die Ausführung von Transport- und Feldarbeiten, das Arbeiten in den Vieh-Stallungen sowie das Fahren im öffentlichen Straßenverkehr.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung zur Teilhabe am Arbeitsleben wurde von der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft beraten, begleitet und gefördert, da es sich um einen Arbeitsunfall handelte. Die Beratung, Betreuung und Begleitung während der medizinischen und beruflichen Reha erfolgte durch einen Reha-Manager der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Berufsgenossenschaften.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein landwirtschaftlicher Betrieb.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mannes:

Der Mann hat nach einem Arbeitsunfall eine Querschnittslähmung und ist auf die Benutzung eines Rollstuhls angewiesen. Sein Greifraum sowie seine Mobilität sind eingeschränkt, und er ist nicht fähig Bedienelemente mit den Füßen zu betätigen.

Beruf:

Der Mann ist als Landwirt im elterlichen Betrieb tätig.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Bereits im Krankenhaus wurde der Mann von einem Reha-Manager (Berufshelfer) der Berufsgenossenschaft besucht und in Bezug auf die Rehabilitation beraten sowie betreut. Zu den Tätigkeiten des Landwirtes gehört das Fahren von landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen (Trecker, Zugmaschinen usw.). Ein umgebauter Ackerschlepper (Trecker), für dessen Nutzung der Landwirt eine zusätzliche Fahrprüfung ablegen musste, ermöglicht ihm die Ausführung von Transport- und Feldarbeiten, das Arbeiten in den Vieh-Stallungen sowie das Fahren im öffentlichen Straßenverkehr.
Der Einstieg in die Fahrzeugkabine und die Inbetriebnahme des Schleppers erfolgt durch:
- das Umsetzen vom Rollstuhl auf den Liftsitz
- den Anschluss des Lift-Steuerkabels
- Betätigung des Handschalters für den Lift
- das automatische Schwenken des Liftes um 90 Grad beim Erreichen der Kabinensitzhöhe und den Sitzwechsel
- das Entfernen des Liftsitzes
- das Einstellen des Rückspiegels
- die Betätigung der Handhydraulik zum Anheben oder Senken der Anhängerkupplung
- das Befestigen der Verbindungskabel für den Hänger und
- Betätigung des Hauptfahrhebels, mit dem Bremse, Gas und Kupplung bedient werden.

Kernstück des Arbeitsplatzes ist ein Ackerschlepper, der zusätzlich zu den serienmäßigen Bedienelementen ein unabhängiges Handbedienungssystem erhielt, mit dessen Hilfe der Fahrer den Schlepper ohne Einschränkungen im öffentlichen Straßenverkehr fahren kann. Der allradgetriebene Schlepper erfüllte unter anderem mit seiner großen Kabine, der breiten Einstiegstür, der Flüssigkeitskupplung, der hydrostatischen Lenkung und der Druckluftbremsanlage die technischen Grundforderungen der Umrüstkonzeption.
Der gesamte behinderungsgerechte Umbau wurde vom TÜV abgenommen und besteht aus einem Lift mit einem schwenkbaren Sitz, einer handhydraulisch verstellbaren Kupplung für Anhängegeräte und einem Gestänge für die Rückspiegeleinstellung. Zur Bedienung des Gestänges, des Druckzylinders und der Ventile für die Brems-, Beschleunigungs- und Kupplungsfunktionen verfügt das Fahrzeug über einen aufsteck- und arretierbaren Hauptfahrhebel.

Arbeitsschutz:

Für das Fahren sowie Bedienen des Traktors erfolgte eine arbeitsmedizinische Untersuchung zur Überprüfung der Eignung für die Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeit. Dazu wurde von einem Arbeitsmediziner eine entsprechende Begutachtung vorgenommen und die Eignung bestätigt.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Stehen
  • IMBA - Arbeitssicherheit
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Stehen

Referenznummer:

R/PB1480


Informationsstand: 08.03.2017