Inhalt

Praxisbeispiel
Gestaltung eines Montagearbeitsplatzes

Wo lag die Herausforderung?

Die Frau hat eine geistige Behinderung und muss einen Rollstuhl nutzen, ihr Greifraum und ihre Mobilität sind dadurch eingeschränkt. An ihrem Arbeitsplatz waren einige Anpassungen nötig.

Was wurde gemacht?

Damit die Frau ihre Arbeit ausführen kann, wurde ihr Arbeitsplatz mit allen nötigen Hilfsmitteln ausgestattet, um ihre Einschränkungen auszugleichen. Außerdem wurden elektrische Türöffner installiert und weitere Hilfsmittel angeschafft, um die eingeschränkte Mobilität der Frau auszugleichen.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde von dem Integrationsamt gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch den Ingenieur-Fachdienst für behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung des Integrationsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrationsämter.

Arbeitgeber:

Das Unternehmen stellt mit seinen 404 Mitarbeitern Anlagen für die Stromversorgung und Sicherheitstechnik her.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine geistige Behinderung und ist außerdem auf die ständige Nutzung eines Rollstuhls angewiesen. Ihr Greifraum und ihre Mobilität sind behinderungsbedingt eingeschränkt. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100. Der Schwerbehindertenausweis trägt die Merkzeichen B, G, aG, H und RF.

Ausbildung und Beruf:

Die Frau hat keinen Beruf erlernt und arbeitet beim Arbeitgeber als Hilfskraft in der Montage.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Frau arbeitet an einem Montagearbeitsplatz mit einem höhenverstellbaren / unterfahrbaren Arbeitstisch und montiert dort Bauteile für Stromversorgungsanlagen. Aufgrund des eingeschränkten Greifraums befinden sich die Materialbehälter bzw. Sichtlagerkästen jeweils links und rechts neben ihr zur Höhenanpassung auf einem Hebe- und Positionierungsgerät, wobei sich links die Einzelteile und rechts die montierten Bauteile befinden. Die Hebe- und Positionierungsgeräte können jeweils mehrere Lagerkästen aufnehmen, so dass der Materialvorrat und die Ablagemöglichkeit für eine ganze Schicht ausreicht. Durch die Höhenverstellbarkeit kann die Mitarbeiterin die Einzelteile und montierten Baugruppen in einer ergonomischen Körperhaltung, trotz des eingeschränkten Greifraumes, aus den Lagerkästen entnehmen bzw. in diese nach der Montage ablegen.
Außerdem steht ihr eine Arbeitsassistenz als Unterstützung zur Verfügung, für Tätigkeiten, die die Mitarbeiterin nicht selbstständig erledigen kann.

Arbeitsumgebung - Mobilität:

Eine rollstuhlgerechte Toilette ist in der Nähe des Arbeitsplatzes der Mitarbeiterin vorhanden. Allerdings fehlt in dem Raum eine Notrufeinrichtung, um im Notfall Hilfe herbeirufen zu können. Die zum nachträglichen Einbau vorgesehene Notrufeinrichtung besteht aus einem Telefon mit direkter Aufschaltung auf die werkseigene Notrufnummer sowie einem zusätzlichen akustischen und optischen Signal mit Auslösung über Wippschalter im Greifraum der Mitarbeiterin in der Toilette. Der Behindertenparkplatz liegt vom Arbeitsbereich der Mitarbeiterin weit entfernt und muss in die Nähe des Arbeitsplatzes an den Seiteneingang zur Werkhalle verlegt werden. Die vorhandene schwere Stahl-Drehflügeltür wird durch eine Automatik-Schiebetür mit Ansteuerung über einen Bewegungsmelder ersetzt und die Brandschutztür auf dem Wege zum Arbeitsplatz mit einem für die Türe zugelassenen Drehflügeltürantrieb ausgestattet. Durch die Betätigung der im eingeschränkten Greifraum und ausreichenden Abstand zur Brandschutztür installierten großen Schalter kann die Türe automatisch motorgetrieben geöffnet werden. Das anschließende Schließen erfolgt durch eine beim Öffnen gespannte Feder im Türantrieb, die auch bei einem Stromausfall die Brandschutztür im Sinne der Vorschriften, wieder schließt. Im Falle eines Brandes wird die Öffnungsautomatik, durch das Signal eines Rauchmelders deaktiviert und die geschlossene Tür kann nur noch manuell geöffnet werden. Erst nach einem Reset der Rauchmelder kann die Brandschutztür wieder automatisch geöffnet werden.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Stehen
  • IMBA - Arbeitsplanung
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Auffassung
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Lernen/Merken
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Problemlösen
  • IMBA - Selbständigkeit
  • IMBA - Stehen
  • IMBA - Umstellung
  • IMBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)
  • MELBA - Arbeitsplanung
  • MELBA - Auffassung
  • MELBA - Lernen/Merken
  • MELBA - Problemlösen
  • MELBA - Selbständigkeit
  • MELBA - Umstellung
  • MELBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)

Referenznummer:

R/PB4680


Informationsstand: 30.08.2017