Inhalt

Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung und Beschäftigungssicherungs-Zuschuss für eine Küchenhilfe

Wo lag die Herausforderung?

Die Frau hat eine Spastik und ist stark gehbehindert, weshalb sie nicht schwer heben sowie tragen und keine langen Wege gehen sollte. Dafür waren an ihrem Arbeitsplatz entsprechende Anpassungen nötig.

Was wurde gemacht?

Die Küche wurde neu und ergonomisch umgestaltet, um besonders die langen Wege für die Mitarbeiterin abzukürzen und die Einnahme von Zwangshaltungen zu vermeiden. Außerdem steht ihr eine entsprechende Gehhilfe zur Verfügung.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Arbeitsgestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Dem Arbeitgeber wird vom Integrations- bzw. Inklusionsamt zusätzlich ein Beschäftigungssicherungszuschuss zur Kompensation der außergewöhnlichen Belastung durch die verringerte Arbeitsleistung gewährt. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Altenheim.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine Spastik und ist stark gehbehindert. Sie sollte nur sehr eingeschränkt Lasten manuell heben sowie tragen und keine langen Wege gehen. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100. Der Schwerbehindertenausweis trägt das Merkzeichen G.

Ausbildung und Beruf:

Die Mitarbeiterin hat keine Berufsausbildung absolviert und wird beim Arbeitgeber als Hilfskraft in der Küche beschäftigt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Mitarbeiterin wird im Küchenbereich bzw. in der Stationsküche u. a. für die Essensbereitstellung und die Reinigung des Geschirrs sowie Bestecks eingesetzt. Auf der Station werden 19 Personen in Wechselschichtbetrieb von den Mitarbeitern betreut, gepflegt und versorgt. Aus Sicht des Arbeitgebers erbringt die schwerbehinderte Mitarbeiterin eine Leistung von ca. 30% einer vergleichbaren Kollegin. Das Geschirr und Besteck wurde auf einem Blech unter dem Spültisch gelagert und bedingte für die Handhabung (sechs Spülgänge pro Schicht) ein häufiges Bücken sowie koordiniertes Ablegen in Hock- und Bückstellungen. Die Küche wurde deshalb neu und ergonomisch (Greifraum, kurze Wege, Hilfsmittel / Spülmaschine usw.) umgestaltet, um besonders die langen Wege für die Mitarbeiterin abzukürzen und die Einnahme von Zwangshaltungen sowie das lange Handhaben von Lasten zu vermeiden. Außerdem wurden fahrbare Tischwagen mit gleicher Höhe wie die Arbeitsflächen und Übergabestellen im Essensbereich und ein Transport-Gehwagen eingesetzt. Der Transport-Gehwagen dient der Mitarbeiterin dabei gleichzeitig als Transport- und Gehhilfe.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Knien
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • EFL - wiederholte Kniebeugen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Hocken
  • ERGOS - Knien
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - Knien/Hocken
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Schichtarbeit
  • IMBA - Tragen
  • MELBA - Feinmotorik

Referenznummer:

R/PB2953


Informationsstand: 30.07.2012