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Bibliographische Angaben zur Publikation

Generation walk'n roll: Vierzehn Rollatoren beziehungsweise Gehwagen im HANDICAP-Praxistest


Autor/in:

Krümmel, Jens


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

HANDICAP, 2008, 15. Jahrgang (Heft 3), Seite 106-133, München: Belitz & Neumann


Jahr:

2008



Abstract:


Die Zielgruppe für Rollatoren ist riesig. Vor allem ältere Menschen gleichen ihre schwindenden körperlichen Fähigkeiten mit einem Rollator aus, doch auch für junge Menschen mit Behinderung ist ein Gehwagen geeignet. Durch die gestiegene Nachfrage ist auch das Angebot an Rollatoren gestiegen und der Markt unübersichtlich geworden. Jens Krümmel hat deswegen zwölf Rollatoren getestet.

Bereits beim Auspacken überraschte die Tester, dass sich einige Rollatoren, die von verschiedenen Herstellern geliefert wurden, ziemlich ähnlich sind und sich nur im Hersteller-Etikett, einigen Details und dem Preis unterscheiden. Teilweise scheinen also auch renommierte Firmen ihre Rollatoren bei Fremdherstellern einzukaufen.

Die Qualität aller getesteten Rollatoren war erfreulich gut und die Bremsen funktionierten bei allen mindestens ausreichend gut und ließen sich immer arretieren. Alle Modelle waren zudem mit einem Korb oder einer Tasche sowie einer Sitzmöglichkeit ausgestattet. Auch wenn der Autor vorweg nimmt, dass es den perfekten Rollator nicht gibt, bemerkt er, dass die Rollatoren vom Aufbau und der Handhabung her unkompliziert sind und es immer nur zwei oder drei Kombinationsmöglichkeiten gibt.

Abgesehen vom Delta Gehrad und dem Handicare Geländerollator, gibt es bei den getesteten Rollatoren nur zwei Bauformen. Es gibt Rollatoren, bei denen die Vorderräder bis zu den Griffen hoch eine Einheit bilden. An dieser sind die Hinterräder befestigt, so dass sie zum Falten an die Hauptstruktur herangeklappt werden können. Diese Konstruktion ist insgesamt sicher und stabil, hat aber den Nachteil, dass die Rollatoren im gefalteten Zustand nicht aufrecht stehen bleiben.

Bei der anderen Konstruktion ergibt sich dieses Problem nicht, denn die Rollatoren sind mit einer Kreuzstrebe versehen und ähneln im Aufbau einem Faltrollstuhl. Sie bestehen aus zwei seitlichen Elementen, die jeweils ein Vorder- und Hinterrad, den Griff und alles dazwischen Liegende enthalten. Über eine Kreuzstrebe werden die beiden Seitenteile miteinander verbunden und durch Anheben des Sitzes lässt sich der Rollator zusammenfalten. Alle vier Räder behalten dabei Bodenkontakt, so dass der Rollator aufrecht stehen bleibt.

Diese Rollatoren sind jedoch weniger stark auf dem Markt vertreten und gehören zu den Leichtgewichtsmodellen mit entsprechend höherem Preis. Von großer Bedeutung ist die richtige Höhe der Griffe, denn nur wenn die Handgriffe korrekt auf den Benutzer eingestellt sind, kann der Rollator sicher und bequem genutzt werden. Bei der stufenlosen Höhenverstellung werden die runden Rohre der Griffe von oben in den Rahmen gesteckt und mit einer Knebelschraube oder einem anderen Klemmmechanismus fixiert.

So lässt sich die Höhe sehr genau einstellen, es setzt allerdings auch eine gewisse Handkraft zum Feststellen der Griffe voraus. Anders als bei dieser Methode ist bei Verstellmechanismen mit Einrastungen keine Fehlbedienung möglich. Bei einigen Modellen ist die Höhe mittels Knopfdruck in Sekunden zu verstellen, bei anderen muss man eine Schraube herausdrehen und per Hand wieder festschrauben.

Alle Testmodelle, mit Ausnahme von Handimove und dem Delta Gehrad, waren mit Vollgummirädern ausgestattet. Diese bringen gegenüber Luftreifen den Vorteil, dass sie nicht regelmäßig nachgepumpt werden müssen. Zudem verfügten alle Rollatoren serienmäßig über einen Sitz, auf dem man bequem Pause machen kann. Dies sollte jedoch nur im Stillstand mit angezogener Bremse gemacht werden.

Die Bremsleistung war bei allen getesteten Modellen mindestens befriedigend. Bei einigen mussten die Bremsen zwar aufwendig nachgestellt werden und die Räder hätten etwas mehr Haftung haben dürfen, es bestand aber bei keinem ein Sicherheitsrisiko. Außer dem Delta Gehrad verfügten alle über eine Feststellbremse.

Mittlerweile gibt es zusätzlich immer mehr Zubehör zu stattlichen Preisen. Sinnvoll ist beispielsweise ein Stockhalter oder eine Halterung für aufgespannte Regenschirme. Notwendig, so der Autor, sei definitiv eine Nachrüstung mit Reflektoren, um den Rollator auch für den Einsatz bei Dunkelheit verkehrssicher zu machen.

Der Rollator wird generell nur dann von der Krankenkasse bezahlt, wenn er vom Arzt verordnet wird. Die Krankenkasse zahlt eine Fallpauschale, das Sanitätshaus bekommt etwa 80 bis 150 Euro und muss einen Rollator liefern, der medizinisch ausreichend funktionsfähig ist.

Bei teureren Modellen ist die Differenz vom Nutzer zu zahlen. Nachfolgend werden die Einzeltests der folgenden vierzehn Modelle vorgestellt:

- Bischoff und Bischoff RL-120
- Bischoff und Bischoff Rollator B
- Delta Gehrad
- Dietz Liegro
- Dolomite Legacy
- Invacare P452E/3
- Dolomite Jazz
- Etac Avant LW
- Etac Ono
- Handicare TOPRO Troja
- Handicare Trionic
- Hausmarke der Real Supermarktkette, Modell Rügen
- Thuasne Marathon
- Vassilli MAGIC


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Rollatoren | REHADAT-Hilfsmittel




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


HANDICAP - Das Magazin für Lebensqualität für Menschen mit Behinderungen und ihre Freunde
Homepage: http://www.handicap.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0130/6866


Informationsstand: 12.11.2008

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