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Praxisbeispiel
Arbeitsgestaltung für einen Verkehrsplaner

Wo lag die Herausforderung?

Das Hörvermögen des Mannes verschlechtere soweit, dass eine sprachliche Kommunikation über das Telefon nicht mehr möglich war. Er konnte deshalb seine Arbeitsaufgaben, die besonders eine Verständigung per Telefon erfordern, nicht mehr ausführen und der Arbeitgeber beabsichtigte deshalb den Mitarbeiter zu kündigen.

Was wurde gemacht?

Der Arbeitsplatz des Mannes wurde zum Telefonieren mit einem Funk-Telefon mit verstärktem Magnetfeld im Hörer ausgerüstet mit dem er über seine Hörgeräte mit Hilfe der T-Spulen telefonieren kann. Das Telefon wurde zusätzlich durch eine Blitzlampe ergänzt, damit der Mitarbeiter die eingehenden Anrufe wahrnehmen kann.

Schlagworte und weitere Informationen

Die zuzahlungsfreien Hörgeräte wurden von der gesetzlichen Krankenversicherung und das Telefon sowie die Blitzlampe zur behinderungsgerechten Gestaltung wurden vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Ingenieur-Fachdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst - und durch einen Hörgeräteakustiker, der neben der Beratung und dem Verkauf auch für die Einstellungen der Hörgeräte zuständig war.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Der Mitarbeiter ist bei einer Verkehrsgesellschaft, die ein Liniennetz mit Bussen im Personennahverkehr (Stadt- und Regionalverkehr) betreibt und Busreisen veranstaltet, beschäftigt. Der Arbeitgeber wollte den Mitarbeiter entlassen, da er die von ihm geforderten Arbeitsaufgaben, wie das Telefonieren, behinderungsbedingt nicht mehr ausführen konnte.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Hörbehinderung. Sein Hörvermögen hat sich weiter verschlechtert, so dass er ist nur eingeschränkt fähig akustische Informationen, wie Sprache und Signale, wahrzunehmen. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 60. Sein Schwerbehindertenausweis enthält das Merkzeichen RF.

Beruf:

Der Mann ist Ingenieur und arbeitet seit einigen Jahren bei seinem Arbeitgeber. Sie finden auch Ausbildungseinrichtungen für hörbehinderte Menschen und Beratungsstellen für behinderte Studierende in REHADAT.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mann arbeitet als Leiter für die Verkehrsplanung in einem Büro an einem Bildschirmarbeitsplatz. Er ist verantwortlich für die Überwachung der Verkehrsabläufe des gesamten Liniennetzes, die Verkehrsplanung und die Fahrplanerstellung. Die Koordination der Verkehrsabläufe erfolgt überwiegend mittels Telefon.
Der Arbeitsplatz des Mitarbeiters wurde zum Telefonieren mit einem Funk-Telefon mit verstärktem Magnetfeld im Hörer ausgerüstet. Seine Hörgeräte ermöglichen induktives Hören über die T-Spulen beim Telefonieren, so dass das Gesprochene über das Magnetfeld des Hörers direkt über die Spulen in das jeweilige Hörgerät übertragen und verstärkt werden kann. Das Telefon wurde zusätzlich durch eine sog. Blitzlampe ergänzt, damit der Mitarbeiter die eingehenden Anrufe wahrnehmen kann. Der Einsatz der Hilfsmittel ermöglicht dem Mitarbeiter die vollwertige Erfüllung seiner Tätigkeit, so dass kein Kündigungsgrund mehr besteht.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • ERGOS - Hören
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Hören
  • IMBA - Schall/Lärm

Referenznummer:

R/PB5037


Informationsstand: 28.10.2019