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Angaben zum Praxisbeispiel

Deutsche Post DHL Group - Bildschirmarbeitsplatz für eine Mitarbeiterin mit Sehbehinderung im Vertrieb

Arbeitgeber:

Deutsche Post DHL Group ist eines der weltweit führenden Unternehmen für Logistik und Briefkommunikation. Die Gruppe konzentriert sich darauf, in ihren Kerngeschäftsfeldern weltweit die erste Wahl für Kunden, Arbeitnehmer und Investoren zu sein. Sie verbindet Menschen, ermöglicht den globalen Handel und leistet mit verantwortungsvollem unternehmerischen Handeln, gezielten Umweltschutzmaßnahmen und Corporate Citizenship einen positiven Beitrag für die Welt.
Deutsche Post DHL Group vereint zwei starke Marken: Deutsche Post ist Europas führender Postdienstleister, während DHL in den weltweiten Wachstumsmärkten ein umfangreiches Serviceportfolio in den Bereichen internationaler Expressversand, Frachttransport, E-Commerce und Supply-Chain-Management repräsentiert.
Deutsche Post DHL Group beschäftigt mehr als 500.000 Mitarbeiter in über 220 Ländern und Territorien weltweit.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine Sehbehinderung. Sie kann optische Informationen (z. B. Schrift) nur vergrößert und kontrastreich wahrnehmen. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 70.

Ausbildung und Beruf:

Die Frau absolvierte beim Unternehmen eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation und arbeitet seit dem innerhalb des Geschäftsbereichs Vertrieb Post ÖS/GWK, im Direkt Marketing Center Leipzig, als Vertriebsassistentin.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Vertriebsassistentin berät Gewerbekunden am Telefon und auf Seminaren/Messen rund um den Brief- sowie Werbebriefversand und das Dialog Marketing. Die Gewerbekunden werden dabei von ihr akquiriert und zu entsprechenden Seminaren oder Messen in das Direkt Marketing Center eingeladen.
Zur Anlegung und Verwaltung der Kundendaten benutzt die Vertriebsassistentin, an ihrem Bildschirmarbeitsplatz im Büro, eine spezielle Kunden-Datenbank. Außerdem ist sie noch für die Organisation der Werbepostauslieferungen zuständig und übernimmt administrative Tätigkeiten für die Vorgesetzten und das Team. Die Kundenakquise und -betreuung ist mit häufigen und längeren Gesprächen am Telefon verbunden. Die Vertriebsassistentin benutzt deshalb ein Headset, um gleichzeitig am PC arbeiten zu können. Der Arbeitsplatz bzw. der PC wurde, zum Ausgleich der Seheinschränkungen, mit einer Vergrößerungssoftware, einem Kameralesesystem (Bildschirmlesegerät), einer Großschrift-Kontrast-Tastatur und einem Großbildschirm ausgestattet (Bild 1). Die entsprechenden Hilfsmittel wurden von ihr bei der Erstausstattung des Arbeitsplatzes eine Woche lang, extern in einem Berufsförderungswerk, getestet. Mittlerweile wurde, wegen der Abnutzung und Veralterung der Hard- und Software, der Arbeitsplatz zum zweiten Mal behinderungsgerecht ausgestattet und zusätzlich zur Optimierung der Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz eine Stehleuchte zur indirekten Beleuchtung eingesetzt.
Mit Hilfe der Vergrößerungssoftware kann sich die Angestellte die Inhalte auf dem Großbildschirm, der für sie im optimalen Sehabstand auf dem Arbeitstisch steht, vergrößert und kontrastreicher anzeigen lassen. Bei der Installation der Software mussten besondere Bestimmungen und Vorschriften des Unternehmens berücksichtigt werden, damit die Sicherheit des Netzwerkes und der Daten gewährleistet bleibt. Das eingesetzte Kameralesesystem (Bild 2) besitzt einen Kreuztisch zum genauen Positionieren der Vorlagen. Der Kamerakopf ist drehbar und kann so schnell an die unterschiedlichen Vorlagen (hoch und quer) angepasst werden. Die Angestellte setzt das Kameralesesystem ein, um sich die Inhalte von Vorlagen in Papierformat vergrößert auf einem zweiten Monitor darzustellen oder um Unterlagen auszufüllen. Zur Vergrößerung der Informationen von Vorlagen, die nicht oder nur sehr umständlich mit Hilfe des Kameralesesystems vergrößert werden können, nutzt sie ein Handkamera-Lesegerät bzw. mobiles Bildschirmlesegerät (Bild 3). Dieses mobile und leicht zu transportierende Hilfsmittel kann von ihr auch bei Besprechungen und an anderen Arbeitsplätzen eingesetzt werden. Die Angestellte ist mit der behinderungsgerechten Gestaltung ihres Arbeitsplatzes sehr zufrieden, da sie quantitativ, qualitativ und selbständig ihre Aufgaben erledigen kann.
Dieses Beispiel dient exemplarisch für ähnlich gestaltete Büro- bzw. Bildschirmarbeitsplätze für sehbehinderte Mitarbeiter:
- Verkehrsprogrammplaner in der Niederlassung BRIEF Nord Berlin
- Bürokaufmann (Datentypist) in der Niederlassung BRIEF Bremen, der Schriftstücke in Papierformat mit einer Lupe liest
- Sachbearbeiter in der Niederlassung BRIEF Koblenz (Bereich Arbeitsvorbereitung)
- Sachbearbeiter in der Niederlassung BRIEF Göppingen, hier wurden zusätzlich eine Arbeitsplatzleuchte zur besseren Wahrnehmung bzw. Beleuchtung und ein am Arbeitstisch klemmbarer Monitorschwenkarm, zum Einhalten eines optimalen Sehabstands zum Bildschirm und zur Einnahme einer ergonomischen Sitzhaltung bei der Bildschirmarbeit, eingesetzt
Wobei die drei zuletzt genannten kein Handkamera-Lesegerät benötigen.

Arbeitsumgebung - Mobilität:

Die Frau benutzt für den Arbeitsweg die öffentlichen Verkehrsmittel. Mit Hilfe eines Hand-Fernrohrs (Prismen-Monokular) liest sie beispielsweise die Fahrpläne und Busbezeichnungen.
Im ähnlichen Beispiel der Niederlassung BRIEF Bremen nutzt der Mitarbeiter, der zusätzlich eine Gehbehinderung hat und auf eine Gehilfe angewiesen ist, ein Taxi für den Arbeitsweg.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung und Mitwirkung:

Die Hilfsmittel wurden je nach Niederlassung und Fall von 60% (BRIEF Koblenz) bis zu 100% (Geschäftsbereichs Vertrieb ÖS/GWK - Direkt Marketing Center Leipzig) vom Integrationsamt gefördert - dies gilt auch für die erforderliche Zweitausstattung im beschriebenen Beispiel. Der Kontakt zum Integrationsamt bzw. zum Fachdienst für blinde und sehbehinderte Menschen sowie die Koordination der Maßnahme erfolgten über den Inklusionsbeauftragten des Arbeitgebers und die Schwerbehindertenvertretung. Der Fachdienst für blinde und sehbehinderte Menschen begleitete dabei beratend die Maßnahme.
Im ähnlichen Beispiel der Niederlassung BRIEF Bremen erhält der Mitarbeiter von der Rentenversicherung einen Fahrtkostenzuschuss für den Arbeitsweg bzw. das Taxi.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrationsämter und Rentenversicherung.



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  • ERGOS - Sehen /
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  • IMBA - Licht /
  • IMBA - Sehen


Referenznummer:

R/PB5426



Informationsstand: 04.06.2018