Hilfsmittel für Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung

Computer bedienen, das Internet nutzen, Inhalte erkennen, lesen und sich orientieren sind Voraussetzungen, um sich selbstständig zu informieren, zu verständigen und mobil unterwegs zu sein. Dabei unterstützen vielfältige Informations- und Kommunikationstechnologien, damit sehbehinderte und blinde Menschen umfassend am schulischen, beruflichen und sozialen Leben teilhaben können.

Für einen kurzen Überblick sind hier beispielhafte Hilfsmittel wie Hard- und Software, optische und elektronische Sehhilfen, Navigationshilfen und andere Alltagshelfer beschrieben.

Computer-Hardware

Bildschirme: Für Menschen mit Sehbehinderung sind große Monitore mit einer Bildschirmdiagonale von mindestens 20 Zoll und hoher Bildschirmauflösung (Darstellungsgröße der Bildpunkte/Pixel) wichtig, insbesondere wenn sie eine Vergrößerungssoftware nutzen. Neben der Monitorgröße sind Helligkeit und Kontrast, Spiegelungseigenschaften und die Einstellbarkeit auf persönliche Anforderungen von Bedeutung.

Punktschriftdrucker (Brailledrucker): Punktschriftdrucker stanzen die Blindenpunktschrift (Braille-Schrift) oder Grafiken auf spezielles Papier. Das Punktschriftpapier ist wesentlich dicker und robuster als herkömmliches Papier für übliche Drucker. Damit werden Informationen für Menschen mit Blindheit, die die Blindenpunktschrift beherrschen, lesbar beziehungsweise fühlbar gemacht. Eine spezielle Konvertierungssoftware wandelt Dateien in den Brailleschrift-Zeichensatz um. Es gibt doppelseitig druckende Brailledrucker mit Endlospapier oder kleine, handliche Brailledrucker mit Einzelblattzufuhr für den mobilen Einsatz.

Braillezeilen: Braillezeilen geben den Bildschirminhalt in der Blinden-Punktschrift Braille aus, die durch unterschiedlich hohe Stifte mit den Fingerkuppen ertastbar sind. Der angezeigte Ausschnitt lässt sich verschieben und entspricht in etwa einer DIN A4-Zeile. Ein Screenreader ist als Brückensoftware zwischen Ausgabemedium und Computer erforderlich. Meist wird auch eine kombinierte Sprachausgabe am Computer genutzt. Mit einer Braillezeile kann man üblicherweise nur den Bildschirminhalt lesen, aber keine Daten eingeben. Größere, 80-stellige Braillezeilen eignen sich für stationäre Arbeitsplätze, wohingegen kleinere und mobile Braillezeilen mit 12, 20 oder 40 Modulen für mobiles Arbeiten wie zum Beispiel mit dem Notebook vorzugsweise einsetzbar sind.

Braillenotigeräte: Braillenotizgeräte sind kleinere Geräte für den mobilen Einsatz. Sie sind mit Sprachein- und ausgabe sowie mit Brailleein- und ausgabe ausgestattet, alternativ auch mit einer Laptoptastatur für die Texteingabe. Sie verfügen über die üblichen Schnittstellen und Datenverbindungen sowie ein Standardbetriebssystem und lassen sich mit dem PC-System synchronisieren.

Vorlesesysteme: Vorlesesysteme (auch Lesesysteme oder Lesesprechgeräte genannt) scannen Papierdokumente wie Bücher, Artikel oder Rechnungen ein und speichern diese in einer Datei. Diese werden von einer Texterkennungssoftware (handelsübliche OCR Optical Character Recognition – Software oder spezielle Scanner-Software für Blinde) verarbeitet und anschließend von der Sprachausgabe wiedergegeben. Optional kann die Person den Text auch mit einer Braillezeile lesen oder in Blindenschrift ausdrucken, wenn zusätzlich noch ein Punktschriftdrucker mit dem System verbunden ist.

Man unterscheidet zwischen geschlossenen und offenen Systemen:

  • Geschlossene Vorlesesysteme sind kompakt gefertigte Geräte, die alle Komponenten vom Scanner, Texterkennungssoftware bis zur Sprachausgabe enthalten. Alle Funktionen sind auf wenige, gut tastbare Bedienelemente verteilt und somit leicht bedienbar. Die Ausgabe erfolgt per Sprachausgabe oder Braillezeile. Sie sind vor allem für Menschen mit Späterblindung geeignet und hauptsächlich für die private Nutzung gedacht, wenn kein Computer benötigt wird. Einige geschlossene Geräte speichern jedoch die eingescannten Texte ab.
  • Offene Vorlesesysteme werden üblicherweise am Arbeitsplatz auf einem handelsüblichen PC in Kombination mit Scanner, Texterkennungssoftware und der Vorlesesoftware eingesetzt. Eingescannte Dokumente sind im Gegensatz zu geschlossenen Systemen nur per Sprachausgabe ausgebbar. Sie lassen sich mit herkömmlichen Textverarbeitungsprogrammen speichern weiterverarbeiten. Das System ist über die Computertastatur steuerbar.

Großschrifttastaturen: Um die optische Wahrnehmung zu verbessern, haben Großschrifttastaturen für Menschen mit Sehbehinderung kontrastreiche und größere Beschriftungen als Standardtasturen. Die Tastaturen können auch mit fühlbaren Markierungen versehen werden.

Computer-Software

Screenreader: Der Screenreader ist eine komplexe Bildschirmein- und -auslesesoftware, die Bildschirminhalte steuert. Die Software interpretiert die Bildschirminformationen (z. B. Texte, Grafiken, die Bedeutung eines grafischen Symbols, die aktuelle Eingabe/Cursorposition oder den Bildschirmaufbau) und gibt sie taktil über Braillezeilen oder akustisch per Sprachausgabe aus. Es gibt externe Screenreader-Software, die auf dem PC installiert ist, (z.B. JAWS) sowie integrierte Screenreader. TalkBack ist beispielsweise der Screenreader von Google, der auf Android-Geräten installiert ist, VoiceOver ist in iOS-Geräten eingebaut. Screenreader helfen zudem, große Teile der Standardsoftware selbstständig zu nutzen. Allerdings lässt sich nicht jedes Computerprogramm mit einem Screenreader bedienen. Ursache für eine schlechte Anpassung können u. a. mangelhafte Software sein. Eine Anwendungsschulung ist empfehlenswert.

Vergrößerungssoftware: Für Menschen mit Sehbehinderung gibt es Bildschirmvergrößerungs-Software, die nicht nur Bildschirminhalte größer darstellt, sondern beispielsweise auch Kontraste und Farben verstärkt und den Fokus (z.B. Laufschrift, Dokumentlesefunktion) verfolgt. Verschiedene Ausgabemedien (z.B. Sprachausgabe, Braillezeile) lassen sich mit der Software kombinieren. Die im vergrößerten Bildausschnitt nicht sichtbaren Informationen sind damit verfügbar, was die Augen entlastet.

Sprachausgaben: Sprachausgaben lesen Text auf dem PC-Bildschirm laut vor. Eine Sprachausgabe ist fester Bestandteil eines Vorlesesystems oder Screenreaders, der die Orientierung auf dem Bildschirm ermöglicht. Sprachgeschwindigkeit, Lautstärke, Tonhöhe und Satzmelodie lassen sich individuell einstellen. Es gibt Sprachausgaben als eigenständige Software (z. B. zur Umwandlung von Text auf dem Computerbildschirm oder Display eines Smartphones in Sprache, Vorlesen von SMS und E-Mails auf einem Handy). Diese standardisierten Ansage-/Vorlese-Funktionen werden nicht speziell für Menschen mit Sehschädigung entwickelt, sondern sind häufig für die mobile Nutzung (z. B. Autofahrende) vorgesehen.

Text- und Objekterkennungssoftware (Zeichenlesesoftware): Texterkennungssoftware (häufig OCR-Software genannt – Optical Character Recognition) identifiziert Buchstaben in einem Dokument oder in grafischen Dateien wie PDFs, Fotos oder Scans und wandelt diese in digitale Textdateien um. Die Textdateien lassen sich weiter editieren oder kopieren. Die Ausgabe der Textdateien erfolgt in der Regel in Kombination mit Computern und Mobilgeräten über eine Screenreader-Software (z.B. per Sprachausgabe). Üblicherweise werden Schriftdokumente mit einem Scanner (z.B. Flachbett-Scanner) übertragen. Für das gelegentliche Scannen eignen sich auch Smartphones. Eine Objekterkennungssoftware gleicht dagegen Fotos oder Codes wie Barcodes mit einer Datenbank ab und gibt die dazu gespeicherten Beschreibungen aus. Damit lassen sich beispielsweise Produkte oder teilweise auch Gesichter erkennen.

Spracherkennungssoftware: Eine Spracherkennungssoftware kann Sprache automatisch in einen Text umwandeln. Die diktierte Eingabe erscheint als Text auf dem Bildschirm. Mit der Spracherkennungssoftware lassen sich aber auch Computer und andere Geräte steuern. Je nach Grad der Sehbehinderung ist die Spracherkennung aber nur in Verbindung mit anderen Hilfsmitteln wie Braillezeile, Screenreader, Vergrößerungssysteme oder Sprachausgabe sinnvoll. In mobilen Endgeräten mit den Betriebssystem Android und iOS sind eigene Spracherkennungen integriert.

Apps: Für mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets gibt es zahlreiche, häufig vorinstallierte Apps (Anwendungen für kleine Displays und Touchscreens), die auch für Menschen mit Sehbehinderung und Blindheit hilfreich sind. Beispiele sind Apps zur Erkennung von Texten, Barcodes, Farben, Licht oder Geldscheinen. Native Apps sind auf das jeweilige Betriebssystem des Computers (z.B. Windows, iOS, Android) zugeschnitten. Web-Apps laufen plattformunabhängig im jeweiligen Internetbrowser und sollten die anderen benötigten Hilfsmittel (z.B. Screenreader) gut unterstützen. Sie können hier nach Apps im App Store (iOS) und bei Google Play (Android) suchen.

Sonstige Software für Menschen mit Sehbehinderung: Andere spezielle Software-Programme für Menschen mit Sehbehinderung sind nur durch die Tastatur über direkte Eingabekommandos und Menüs bedienbar. Die Palette umfasst barrierefreie Währungsumrechner, E-Mail-Clients, barrierefreie Datenbank-Software oder Verwaltungsprogramme für elektronische Akten und andere Dokumentenmanagementsysteme.

Vergrößernde Sehhilfen

Vergrößernde Sehhilfen unterstützen Menschen mit Sehbehinderung beim Lesen und bei der räumlichen Orientierung, wenn Brillen oder Kontaktlinsen nicht ausreichen. Mit zunehmender Vergrößerung verkleinert sich jedoch der dargestellte Bildausschnitt.

Optische Sehhilfen: Optische Sehhilfen vergrößern Informationen auf Papier oder Displays im Nah- und Fernbereich für Menschen mit Sehbehinderung. Sie werden meist bei einem nicht so hohen Vergrößerungs- sowie Kontrastbedarf und beim Lesen kürzerer Texte eingesetzt. Je nach Bauart ist eine bis zu 12-fache Vergrößerung möglich.

  • Optische Sehhilfen für den Nahbereich: Hierzu zählen zum Beispiel Lupen, Lupenbrillen und Linsen. Es gibt beispielsweise Lupen und Standlupen mit Beleuchtung oder Großbildlupen, die vor einem TV-Bildschirm platziert werden. Bildschirmbrillen für den Arbeitsplatz sind angepasste Sehhilfen für Tätigkeiten am Computer, wenn normale Lese- oder Gleitsichtbrillen oder Kontaktlinsen die Sehanforderungen nicht erfüllen. Die Entfernung zum Monitor ist bei Bildschirmbrillen auf etwa 50 bis 70 cm abge-stimmt. Häufig übernimmt der Arbeitgeber im Rahmen seiner arbeitsschutzrechtlichen Verpflichtungen die kompletten Kosten der Bildschirmbrille.
  • Optische Sehhilfen für den Fernbereich: Hierzu zählen zum Beispiel Ferngläser, Fernrohre und Fernrohrbrillen. Mit Fernrohrbrillen kann man beispielsweise Filme oder Anzeigetafeln aus größerer Entfer-nung anschauen. Fernrohrlupenbrillen (Fernrohrbrille mit Aufstecklupe) können den Lesefluss erleichtern.

Elektronische Sehhilfen: Elektronische Sehhilfen vergrößern Informationen von Papierdokumenten oder Schreibtafeln auf stationären oder mobilen Geräten. Häufig ist die Darstellung verschiedener Kontraste (hell-dunkel, farblich) und in manchen Fällen auch die Texterkennung möglich, so dass sie sich auch für Menschen mit hochgradiger Sehbehinderung eignen. Je nach Modell und Monitorgröße ist eine fünf- bis sechzigfache Vergrößerung möglich.

  • Bildschirmlesegeräte: Elektronische Bildschirmlesegeräte, auch Kamera-Lesesysteme genannt, nehmen Textausschnitte (z. B. Schriftstücke, Bücher) auf und übertragen sie stark vergrößert auf einen Bildschirm. Sie können auch bei erhöhtem Kontrastbedarf sinnvoll sein. Kameralesesysteme gibt es für den Nah- und/oder Fernbereich. Bildschirmlesegeräte mit Fernkamera sind nützlich, um weiter entfernte Darstellungen zu vergrößern (z. B. Power-Point Vortrag, Tafeln in Schulklassen). Je nach Bauart unterscheidet man stationäre Bildschirmlesegeräte mit Kreuztisch für die Ausrichtung der Dokumente sowie transportable oder mobile, kleine Bildschirmlesegeräte.
  • Elektronische Lupen: Elektronische Lupen sind akkubetriebene Bildschirmlesegeräte im Taschenformat, die sich für den mobilen Einsatz eignen. Sie vergrößern weitaus stärker als optische Handlupen.

Orientierungs- und Navigationshilfen

  • Blindenstöcke: Der Blindenstock – auch weißer Langstock genannt – unterstützt die taktile Orientierung auf Wegen und in Gebäuden. Die Stockspitze ertastet Unebenheiten und Hindernisse wie Bordsteine oder Treppen. Um den Blindenstock zu nutzen, ist ein Mobilitätstraining erforderlich.
  • Elektronische Navigationssysteme: Dies sind Geräte oder Apps, die Hindernisse erkennen, die geplante Route sowie den geographischen Standort per Sprachausgabe signalisieren. Je nach Bauart gibt es Navigationssysteme mit Ultraschall, Laser und dem satellitengestützten Global Positioning System (GPS).
  • Taktile, visuelle und akustische Orientierungshilfen für Außen- und Innenbereich: Im öffentlichen Raum unterstützen tastbare Bodenindikatoren wie gerillte Leitstreifen oder genoppte Aufmerksamkeitsfelder die Orientierung im Straßenverkehr oder auf Bahnsteigen. Wichtig sind ebenso kontrastreiche Beschilderungen und Markierungen an Gebäuden, Treppenstufen oder Schaltern sowie akustische Signale wie zum Beispiel an Ampeln.
  • Persönliche Schutzzeichen: Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung, die ohne sehende Begleitperson unterwegs sind, müssen aus Sicherheitsgründen im Straßenverkehr eine Armbinde mit drei schwarzen Punkten am Oberarm tragen (Straßenverkehrsordnung § 2).

Telefone und Smartphones

Für seheingeschränkte Menschen sind spezielle Mobiltelefone (Handys) und schnurlose Festnetztelefone mit Zubehör auf dem Markt. Diese verfügen beispielsweise über fühlbare Großtasten, kontrastreiche Displays, Speicherfunktionen zur Direktwahl, Sprachsteuerung, Screenreader für die Sprachausgabe oder Ausgabe über eine anschließbare Braillezeile sowie Vergrößerungssoftware mit Anbindung von Braillezeilen. Die Software muss mit dem Telefongerät kompatibel sein.

Smartphones sind im Prinzip kleine Computer, mit denen man telefonieren kann. Sie bieten vielfältige vorinstallierte oder optionale Bedienungshilfen wie Zoomfunktion, Screenreader, Sprachausgabe oder Texterkennung. Mehr zur Barrierefreiheit von Smartphones.

Audio-Abspielgeräte und Lesegeräte

Audio-Abspielgeräte (DAISY-Player): DAISY ist der weltweite Standard für navigierbare Multimedia-Dokumente (Digital Accessible Information System). Mit DAISY-Playern können Audiodateien wie DAISY-Hörbücher im komprimierten mp3-Format abgespielt oder Dokumente wie Zeitungen gelesen werden. DAISY-Player sind mit Sprachausgabe ausgestattet und bieten Navigations- und Einstellmöglichkeiten, so dass man blättern, zu Kapiteln springen oder die Lesegeschwindigkeit anpassen kann.
Alternativ zu DAISY-Abspielgeräten kann man auch kostenlose Software auf den Computer herunterladen und die DAISY-Inhalte anhören. Blindenbüchereien, die Daisy-Bücher anbieten: Mediengemeinschaft für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen e. V. http://www.medibus.info/index.php?article_id=26

Elektronische Lesegeräte (E-Book-Reader): Mit E-Book-Readern kann man digitale Bücher (E-Books) lesen. Die Geräte sind einfach zu bedienen, haben eine große Speicherkapazität und verschiedene Hilfsfunktionen wie beispielsweise blendfreie Displays, Zoomfunktion und je nach Modell eine eingebaute Sprachausgabe.

Schreib- und Zeichenhilfen

Zeichengeräte oder Lineale mit erhabenen Punkten unterstützen das Zeichnen oder Anfertigen von geometrischen Figuren. Unterschriften-Schablonen und Schreibtafeln (Punktschrift-Tafel) erleichtern die Handführung beim Schreiben.

Schreibtafeln gibt es in unterschiedlichen Zeilenlängen und Zeilenanzahl, von der kleinen 4-6-zeiligen Tafel bis zur DIN A4-Punktschrifttafel: Mit einem spitzen Griffel werden die Punkte seitenverkehrt von der Blattrückseite ins Papier gedrückt. Jedes Buchstaben- oder Zeichenfeld entspricht einer Braille-Form mit sechs Punkten. Dadurch lässt sich der korrekte Abstand zwischen zwei Buchstaben oder zwei Zeilen genau eingehalten, was für Menschen mit Blindheit besonders wichtig ist. Mechanische oder elektronische Blindenschriftschreibmaschinen verfügen über eine Tastatur für 6-Punkt- beziehungsweise 8-Punkt-Brailleschrift.

Beleuchtung (Low Vision Leuchten)

Eine hochwertige Lichtquelle, die blend- und flimmerfrei ist, kann die Sehschärfe, Kontrastwahrnehmung und die Lesegeschwindigkeit verbessern. Dies ist vor allem bei langer Bildschirmtätigkeit wichtig, wenn die Augen zwischen einem Monitor mit starker Lichtstärke und schwächer beleuchteten Schriftdokumenten wechseln müssen und dabei stark beansprucht werden.
Dabei sollten die Norm-Beleuchtungsstärken (ausgedrückt in Lux) für sehbehinderte Menschen um mindestens 50 bis 100 Prozent angehoben werden. Ebenso ist die Bestimmung der individuell passenden Lichtfarbe bei der Lichtauswahl entscheidend. Die Wahrnehmung der Lichtfarbe wird durch die Farbtemperatur beeinflusst, das heißt: je niedriger die Farbtemperatur (gemessen in Kelvin), desto höher ist der Rotanteil in der Weißfarbe und das Licht wird wärmer empfunden als ein Weiß mit höherer Farbtemperatur und entsprechend höheren Blauanteilen. Leuchten mit Farbtemperaturen, die dem Tageslicht ähnlich sind, erreichen einen Wert von über 6000 Kelvin.

Sonstige Hilfsmittel für Arbeit und Alltag

Es gibt zahlreiche andere auf die Sinnesbehinderung angepasste Produkte für den Gebrauch in der Schule, den Beruf oder den privaten Bereich. Typische Merkmale sind große Zahlen oder Buchstaben, große, beleuchtete Displays, Sprachausgaben, taktile Markierungspunkte (Brailleschrift), Führungslinien und -kanten oder akustische Signale.
Beispielhafte Produkte sind Uhren, Taschenrechner, Farb- und Produkterkennungsgeräte oder Blutdruckmessgeräte mit Sprachausgabe, Messbecher mit akustischem Füllstandsanzeiger, Kartenspiele mit Brailleschrift oder Bälle mit Klingeln.

Hilfsmittel mit RFID-Chips sind vielfältig einsetzbar. RFID-Etiketten kennzeichnen beispielsweise Gegenstände wie Kleidung oder Lebensmittel, um sie leichter zu finden. Sie speichern den Objektnamen per Sprachnachricht, welcher beim Lesen wieder abgespielt wird. Ein RFID-Erkennungsgerät gleicht den Begriff mit den gespeicherten Daten einer Datenbank ab.

Stand: 2019