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Angaben zum Praxisbeispiel

Gestaltung eines Arbeitsplatzes für eine Mitarbeiterin mit einer Wirbelsäulenerkrankung und Schulter-Arm-Syndrom in einer Wäscherei

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Wäscherei.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine Wirbelsäulenerkrankung mit einem Schulter-Arm-Syndrom. Sie sollte nicht für Hebe- und Tragarbeiten, besonders bei gebeugtem oder gebücktem Oberkörper, eingesetzt werden. Außerdem sollten bei der Ausübung einer Tätigkeit statische Körperhaltungen (langes Stehen oder Sitzen) vermieden werden. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 50.

Beruf:

Die Frau arbeitet als Wäscherin beim Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Die Arbeitsräume der Wäscherei befinden sich im Keller des Gebäudes. In der Wäscherei, d.h. an den jeweiligen Maschinen (Waschmaschine, Trockenmaschine, Mangel usw.) wäscht, bügelt und mangelt die Mitarbeiterin Wäsche für die Kunden. Die Wasch- und Trockenmaschinen stehen räumlich auseinander und mit Niedrigsockel nicht in ergonomisch griffgünstiger Höhe. Die Arbeitsräume sind durch eine Aufsockelung im Bodenbereich über drei Stufen um ca. 60 cm in der Laufhöhe eingeschränkt, so dass eine Deckenhöhe von unter 1,80 m entsteht und die meisten Mitarbeiter nur in gebückter Körperhaltung (Zwangshaltung) arbeiten und gehen können. Der Transport der Wäsche, d.h. das Ein- und Auslagern der Wäsche, erfolgt über eine Treppe mit Hilfe von Transportwagen, da der Aufzug von der Wäscherei aus nicht be- und entladen werden kann. Die Transportwagen gelangen über das Treppenhaus in und aus dem Keller (Wäscherei). Zum Transport der Wagen, durch das Treppenhaus, wird eine Kurzrampe eingesetzt, deren Steigung jedoch mit ca. 20 % für den Transport zu groß ist.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Zur Behebung der Aufsockelung ist es erforderlich, die alten Baupläne zu prüfen um mit deren Hilfe den ursprünglichen Zustand mit ausreichender Deckenhöhe wiederherzustellen. Die Herstellung des Urzustandes ermöglicht es auch wieder den Aufzug zum Transport der Wäschewagen zu nutzen. Die Wasch- und Trockenmaschinen müssen so weit untersockelt werden, bis sie zum Füllen und Leeren in einer ergonomisch günstigen Höhe stehen und die Mitarbeiterinnen sich deshalb nicht mehr bücken müssen. Außerdem ist es zweckmäßig jeweils die Wascheinheiten so weit zusammenzustellen, dass sich die Transportwege verkürzen, z. B. durch winkeliges Nebeneinanderstellen von Wasch- und Trockeneinheit. Damit beim Wäschetrocknen die Warmluft nicht völlig verloren geht sollte aus betriebswirtschaftlicher Sicht, ein Teil der Warmluft über Wärmetauscher zurückgewonnen werden. Der Bügelraum sollte mit einem modernen Dampfbügelgerät, einem ergonomischen Arbeitsstuhl und einer Stehhilfe ausgerüstet werden, um auch einen Wechsel der Arbeitshaltung beim Bügeln zu ermöglichen.
Zur Anpassung der unterschiedlichen Transporthöhen, für die Trocken-Nasswäsche, ist ein höhenverstellbarer Hubwagen einzusetzen.
Allgemein muss in allen Arbeitsräumen die Beleuchtungsstärke erhöht werden.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung:

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde von dem Integrationsamt gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.-Nr. der Integrationsämter.



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  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal) /
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz) /
  • EFL - Sitzen (längeres/vorgeneigt/Rotation) /
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation) /
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne) /
  • ERGOS - Bücken /
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  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz) /
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Armbewegungen /
  • IMBA - Geneigt/Gebückt /
  • IMBA - Heben /
  • IMBA - Licht /
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten) /
  • IMBA - Sitzen /
  • IMBA - Stehen /
  • IMBA - Tragen /
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)


Referenznummer:

R/PB5072



Informationsstand: 18.11.2009