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Praxisbeispiel
Arbeitsgestaltung für einen Schweißer

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann sollte nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, die ein häufiges Bücken, Heben oder Tragen erfordern. Nach einer medizinischen Rehabilitation sollte der Mann wieder an seinem alten Arbeitsplatz eingesetzt werden. Dazu mussten entsprechende Hilfsmittel angeschafft werden.

Was wurde gemacht?

Der Mann wurde an einen anderen Schweißarbeitsplatz versetzt. Damit er die Werkstücke transportieren und in verschiedenen Positionen schweißen kann, wurden entsprechende ergonomische und sicherheitsfördernde Hilfsmittel bereitgestellt. Des Weiteren wurde ihm eine persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt. Die eingesetzten Hilfsmittel können die eingeschränkte Leistungsfähigkeit und Selbständigkeit nicht zu 100 Prozent kompensieren.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Dem Arbeitgeber wird zusätzlich vom Integrations- bzw. Inklusionsamt, zum Ausgleich der außergewöhnlichen Belastungen bzw. der Minderleistung und Betreuung, ein monatlicher Zuschuss gewährt.
Die Kosten für die Schweißschutzwände, die Schweißrauchabsauganlage und den Schweißschutzhelm wurden vom Arbeitgeber übernommen, da diese Hilfsmittel im Rahmen des Arbeitsschutzes an einem Schweißarbeitsplatz vom Arbeitgeber gestellt werden müssen.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Unternehmen des Maschinenbaus, das mit seinen 1.270 Mitarbeitern Betonpumpen, Mörtelmaschinen, Hochdruckpumpen für Fassadenreinigungsmaschinen und Bergbaumaschinen produziert.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Rückenerkrankung mit einem Schulter-Arm-Syndrom und eine Herz-Kreislauferkrankung. Er sollte nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, die ein häufiges Bücken, Heben oder Tragen erfordern. Nach einer medizinischen Rehabilitation sollte der Mann wieder an seinem alten Arbeitsplatz eingesetzt werden. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 70.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist ausgebildeter Schweißer und arbeitet seit vielen Jahren in seinem Ausbildungsberuf beim Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Schweißer konnte behinderungsbedingt nicht mehr an seinem alten Arbeitsplatz eingesetzt werden, da dort die Belastungen durch die schwere körperliche Arbeit zu hoch waren. Aus diesem Grund wurde er an einen anderen Schweißarbeitsplatz versetzt. Dort soll er Werkstücke bzw. Kleinteile mit einem Gewicht von 10 bis 60 kg schweißen. Damit er die Werkstücke transportieren und in verschiedenen Positionen schweißen kann, mussten folgende Hilfsmittel bereitgestellt bzw. installiert werden:
- Elektro-Gabelhochhubwagen zum An- und Abtransport der Paletten mit den Werkstücken,
- ein Schwenkkran mit Elektro-Kettenzug zum Ablegen der Werkstücke auf dem Schweißtisch und zum Drehen der Werkstücke für das Schweißen,
- ein hydraulisch über einen Fußschalter verstellbarer Schweißdrehtisch zur Einnahme einer ergonomischen Körperhaltung währen des Schweißens,
- ein höhenverstellbarer Arbeitsstuhl zum Wechseln der Körperhaltung (sitzend/stehend) beim Schweißen,
- eine Arbeitsplatz-Fußbodenmatte zur Reduzierung der Belastungen der Wirbelsäule beim Stehen während des Schweißens,
- eine Schweißrauch-Absauganlage und
- ein Schweißschutzhelm.
Die eingesetzten Hilfsmittel können die eingeschränkte Leistungsfähigkeit und Selbständigkeit nicht zu 100% kompensieren.

Arbeitsumgebung:

Durch die Nähe zum Hallentor musste der Arbeitsplatz durch Schutzwände vor Zugluft geschützt werden. Eingesetzt wurden dazu Schweiß-Schutzwände, die außerdem verhindern, dass andere Personen in der Halle während des Schweißens in den Lichtbogen sehen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitssicherheit
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Flüssigkeiten/Feststoffe
  • IMBA - Gase/Dämpfe/Stäube
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - Klima
  • IMBA - Licht
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Selbständigkeit
  • IMBA - Tragen
  • IMBA - Umstellung
  • MELBA - Selbständigkeit
  • MELBA - Umstellung

Referenznummer:

Pb/110644


Informationsstand: 16.11.2009