Inhalt

Praxisbeispiel
Arbeitsgestaltung für einen Schweißer

Wo lag die Herausforderung?

Mit dem rechten Arm kann er nur noch leichte Hebe- oder Tragearbeiten ausführen. Die einseitige Belastung der linken Körperhälfte, speziell des linken Schulter-Armsystems, führt bereits zu Wirbelsäulenbeschwerden. Er sollte deshalb nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, die ein häufiges Bücken, Heben oder Tragen von Lasten erfordern. Für seine Arbeit als Schweißer benötigt er entsprechende Hilfsmittel.

Was wurde gemacht?

Der von ihm genutzte Minilift verfügt über eine nach vorne neigbare Plattform, die eine ergonomische Entnahme der zu schweißenden Werkstücke aus den Sichtlagerkästen in stehender oder sitzender Körperhaltung ermöglicht. Die Schweißvorrichtung wird an dem höhenverstellbaren Schweißtisch mit neigbarer Tischplatte befestigt und in eine ergonomische Position zum Schweißen gebracht. m Schweißtisch befinden sich außerdem ein Schwenkarm zum Halten des Schutzschirmes während des Schweißens und ein Halter für die Schweißpistole. Das Schweißen kann dabei in stehender oder sitzender Arbeitshaltung erfolgen.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Zulieferer für die Automobilindustrie mit 1.200 Mitarbeitern.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Ein frühkindlicher Schaden des Gehirns führte bei dem Mann zu einer überwiegenden Lähmung der rechten Körperhälfte (Halbseitenlähmung). Mit dem rechten Arm bzw. der rechten Hand kann er nur noch leichte Hebe- oder Tragearbeiten ausführen. Die einseitige Belastung der linken Körperhälfte, speziell des linken Schulter-Armsystems, führt bereits zu Wirbelsäulenbeschwerden. Er sollte deshalb nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, die ein häufiges Bücken, Heben oder Tragen von Lasten erfordern. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 50.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist ausgebildeter Schweißer und arbeitet seit vielen Jahren in seinem Ausbildungsberuf beim Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mann arbeitet an einem Schweißarbeitsplatz bzw. in einer Schweißkabine mit einer Rauchabsaugung, die durch einen speziellen Lamellen-Schutzvorhang betreten und verlassen werden kann. Die Schweißkabine mit dem speziellen Vorhang schützt die Kollegen vor dem Lichtbogen beim Schweißen. Die zu schweißenden Werkstücke befinden sich in Sichtlagerkisten und werden mittels Minilift (Kleinstapler) in die Schweißkabine transportiert. Der Minilift verfügt über eine nach vorne neigbare Plattform, die eine ergonomische Entnahme der zu schweißenden Werkstücke aus den Sichtlagerkästen in stehender oder sitzender Körperhaltung ermöglicht. Mit einem weiteren Minilift wird die für das Schweißen benötigte Vorrichtung aus dem Lagerregal geholt, in dem die Plattform auf die Entnahmehöhe positioniert und die Vorrichtung vom Regal auf die Plattform geschoben wird. Die Schweißvorrichtung wird an dem höhenverstellbaren Schweißtisch mit neigbarer Tischplatte befestigt und in eine ergonomische Position zum Schweißen gebracht. Am Schweißtisch befinden sich außerdem ein Schwenkarm zum Halten des Schutzschirmes während des Schweißens und ein Halter für die Schweißpistole. Das Schweißen kann dabei in stehender oder sitzender Arbeitshaltung erfolgen. Zum Schweißen in einer sitzenden Arbeitshaltung steht dem Schweißer ein höhenverstellbarer Arbeitsstuhl mit Synchronmechanik und Abstützung des Rückens im Lendenwirbelbereich zur Verfügung, der ein dynamisches Sitzen und einen Permanentkontakt zwischen Rücken sowie Rückenlehne ermöglicht. Die Synchronmechanik sorgt dafür, dass in jeder Sitzposition die Rückenlehne und Sitzfläche in einem idealen Winkel zueinander stehen. Der Minilifter mit den geschweißten Werkstücken wird vom Schweißer auch zum Transport der geschweißten Werkstücke bzw. der Sichtlagerkisten zum nächsten Arbeitsplatz zur weiteren Bearbeitung eingesetzt.
Die eingesetzten Hilfsmittel (Minilifter, Schweißtisch mit Schweißpistolenhalter/Schwenkarm für den Schweißschutzschirm und ergonomischer Arbeitsstuhl) zur behinderungsgerechten Gestaltung konnten die eingeschränkte Leistungsfähigkeit und die erhöhte Belastung durch die Lastenhandhabung kompensieren.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Sitzen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - Dreipunktgriff
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgreifkraft
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft
  • ERGOS - Sitzen
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitssicherheit
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Flüssigkeiten/Feststoffe
  • IMBA - Gase/Dämpfe/Stäube
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - Heben
  • IMBA - Licht
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Sitzen
  • IMBA - Stehen
  • IMBA - Tragen
  • MELBA - Feinmotorik

Referenznummer:

Pb/110666


Informationsstand: 27.01.2010