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Praxisbeispiel
Selbständiger Uhrmacher und Optiker

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann hat Multiple Sklerose und eine Wirbelsäulenerkrankung, weshalb er einen Rollstuhl nutzen muss und sein Greifraum sowie seine Mobilität eingeschränkt sind. An seinem Arbeitsplatz und zur Erhaltung seiner Mobilität waren entsprechende Anpassungen nötig.

Was wurde gemacht?

Es wurde ein behinderungsgerechtes Bad mit entsprechender Einrichtung (Toilette, Waschbecken usw.) in einem neu angebauten Bereich installiert, der mit einem Aufzug erreicht werden kann. Am Arbeitsplatz hilft der schmale und höhenanpassbare E-Rollstuhl den eingeschränkten Greifraum auszugleichen. Zur Teilnahme an Fortbildungen und Messen wurde der Pkw behinderungsgerecht angepasst.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes. Die Existenz des Mannes konnte so gesichert werden und er kann seinen Beruf im eigenen Unternehmen weiter ausüben.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Unternehmen:

Der Mann ist selbständig und beschäftigt drei Personen in seinem Augenoptiker- und Uhrmacherbetrieb.

Behinderung und Funktionseinschränkung:

Der Mann hat Multiple Sklerose, eine Wirbelsäulenerkrankung und ist deshalb schwerbehindert. Er ist auf die Nutzung eines Rollstuhls angewiesen. Sein Greifraum sowie seine Mobilität sind eingeschränkt, und er ist nicht fähig Bedienelemente mit den Füßen zu betätigen.

Beruf:

Der Mann ist Augenoptiker- und Uhrmachermeister.

Arbeitsplatz und Arbeitsumgebung:

Im Erdgeschoss befand sich das Geschäft, dahinter die Augenoptiker- und Uhrmacherwerkstatt. Die Wohnung in der ersten und zweiten Etage war durch ein seitlich gelegenes Treppenhaus zu erreichen. Diese Treppe ist recht schmal konstruiert, so dass ein Treppenlift nicht eingebaut werden konnte. Das vorhandene Bad hätte nur unter erheblichem Aufwand behindertengerecht umgerüstet werden können. Insgesamt war das Gebäude mit dem Geschäft, der Werkstatt und dem Sanitärraum nicht barrierefrei für den Rollstuhlfahrer.

Damit der Mann weiterhin seinen Beruf ausüben kann, wurde auf dem hinteren Werkstattanbau ein Geschoss errichtet, das behindertengerecht gestaltet wurde. Der Zugang zu diesem neuen Wohnraum, mit einem behindertengerechten Sanitärraum bzw. Bad, erfolgt durch einen Außenaufzug. Dieser wurde von hinten an das Gebäude installiert und ist durch seine automatischen Türöffner problemlos zu nutzen. Durch eine schon vorhandene Garage kann der Mann nun mit seinem Wagen bis an den hinteren Hausbereich gelangen, von wo aus er einen bequemen Zugang zum Laden und über den Aufzug zur Wohnung hat. Im Bad wurde ein höhenverstellbarer Spiegel über dem Waschtisch und ein rutschsicherer Boden angebracht. Eine große Hilfe ist der schmale und höhenanpassbare Elektro-Rollstuhl am Uhrmacherarbeitsplatz, da er wenig Raum benötigt und auch zum Ausgleich des eingeschränkten Greifraumes eingesetzt werden kann. Hier repariert der Meister historische Uhren. Im Bereich der Augenoptik wird der E-Rollstuhl ebenfalls zum Ausgleich des eingeschränkten Greifraumes und als Mobilitätshilfe eingesetzt.

Durch einen speziell umgerüsteten Pkw mit Automatikgetriebe, der ein leichtes Umsetzen vom Rollstuhl auf den Fahrersitz ermöglicht, ist der Mann mobil und kann beispielsweise Messen sowie Fortbildungen besuchen. Der Wagen wurde auf reinen Handbetrieb (Gas und Bremse) umgestellt. Für das Führen des Autos wurden entsprechende Auflagen von der Führerscheinstelle und dem TÜV gemacht.
In REHADAT finden Sie auch Informationen zu den Themen Führerschein und Fahrerlaubnisverordnung sowie Fahrschulen für Menschen mit Behinderungen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Steigen (Leiter/Treppe)
  • EFL - Treppe steigen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Treppensteigen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Führungsfähigkeit
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Stehen
  • MELBA - Führungsfähigkeit

Referenznummer:

R/PB5309


Informationsstand: 13.04.2021