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Bibliographische Angaben zur Publikation

Merkmalblatt 7.2: Arbeitsschutzmittel


Sammelwerk / Reihe:

Strukturierter Merkmalkatalog


Autor/in:

Wieland, Klaus; Weinmann, Sigbert; Schian, Hans-Martin


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA)


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 1990


Jahr:

1990



Abstract:


Merkmalblatt 7 Arbeitssicherheit

7.2 Arbeitsschutzmittel

DEFINITION: Gesundheitlich schädigende Einwirkungen der Arbeitsumgebung oder besondere Unfallgefahren am Arbeitsplatz oder durch die Tätigkeit erfordern häufig den Einsatz von Arbeits-(Körper-)Schutzmitteln. Die Verpflichtung zum Einsatz von Arbeitsschutzmitteln ist vielfach durch Rechtsvorschriften oder betriebliche Auflagen geregelt.

BEANSPRUCHUNG: Die Anwendung oder das Tragen von Arbeitsschutzmitteln wird häufig als störend empfunden, kann aber auch zu Beeinträchtigungen, zum Beispiel der Sinnesfähigkeiten (Hören, Sehen, Tasten) führen. In einigen Fällen besteht hierdurch auch eine erhebliche Arbeitserschwernis, so dass eine ärztliche Eignungsbeurteilung gefordert wird (zum Beispiel beim Tragen von Atemschutz). Bei einer Anzahl von körperlichen oder seelischen Erkrankungen oder Behinderungen ist der Gebrauch von bestimmten Arbeitsschutzmitteln aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder nur eingeschränkt zulässig.

NORMEN, RICHTLINIEN: Zahlreiche Unfallverhütungsvorschriften (UVVen) der gewerblichen Berufsgenossenschaften schreiben bei bestimmten gefährdenden Tätigkeiten das Tragen von Körperschutzmitteln vor.

Allgemein (nach VBG 1) wird gefordert:
- bei Entwicklung von gesundheitsschädlichen oder leicht entzündlichen Gasen, Dämpfen oder Stäuben: Atemschutz und Handschuhe
- bei Gefahr von Verätzungen, Verbrennungen und Vergiftungen: Handschuhe, Gamaschen, Schürzen
- bei Arbeiten, die erfahrungsgemäß Augenschäden hervorrufen können: Brillen (Gesichtsschirm)
- beim Betreten von Räumen und Befahren von Apparaten, Gefäßen, Kanälen, Gruben usw., in denen sich giftige oder betäubende Gase und Dämpfe ansammeln können: Atemschutz und Sicherheitsgurte
- bei Arbeiten im gesundheitsgefährdenden Lärm (nach VBG 121): Gehörschutz

Arbeitsmedizinische Vorsorge (nach VBG 100 und GUV 0.6): Für Atemschutzgeräteträger sind Eignungs- und Überwachungsuntersuchungen nach G 26, für Beschäftigte im Lärmschutzbereich (Gehörschutzträger) sind Eignungs- und Überwachungsuntersuchungen nach G 20 vorgeschrieben.

Bewertung: (A)
Zu erfassen ist, welche Arbeits- (Körper-) Schutzmittel an dem jeweiligen Arbeitsplatz oder bei der Tätigkeit getragen werden können.

Bewertung: (Z, H)
Angaben über die Zeit (bei regelmäßigem Einsatz) oder die Häufigkeit (bei gelegentlichem Gebrauch) sind zur Abschätzung der Belastung bei einigen Arbeitsschutzmitteln sinnvoll.

7.2.1 Kopfschutz

Bewertung: (A)
zum Beispiel Schutzkappen, Schutzhelme, Vollvisierhelme, Lärmschutzhelme (siehe auch: ---> Gehörschutz 7.2.3)

7.2.2 Augen- und Gesichtsschutz

Bewertung: (Z)
zum Beispiel Schutzbrillen gegen Splitter, Chemikalien, Blendschutzbrillen, Strahlenschutzbrillen (UV-Licht und Wärmestrahlen), Schutzschirme (Visiere).

7.2.3.1 Gehörschutz; Gehörgangstöpsel

Bewertung: (A)

7.2.3.1 Gehörschutz; Kapselgehörschutz, Lärmschutzhelm

Bewertung: (A)

7.2.4 Atemschutz

Bewertung: (Z)
Nach G 26 werden drei Klassen von Atemschutzgeräten unterschieden, entsprechend der unterschiedlichen Belastung der Atmungsorgane und der allgemeinen physischen Leistungsfähigkeit
(siehe auch: ---> Dauerbelastung)

1) Geräteklasse 1:
Gerätegewicht unter 5 Kg, geringe Strömungswiderstände beim Ein- und Ausatmen
(zum Beispiel Schlauchgeräte mit zwangsbelüfteter Haube ohne Ausatemventil)

2) Geräteklasse 2:
Gerätegewicht unter 5 kg, erhöhte Strömungswiderstände beim Ein- und Ausatmen
(zum Beispiel Druckluftschlauchgeräte mit Ein- und Ausatemventil, Frischluft-Saugschlauchgeräte, Filtergeräte)

3) Geräteklasse 3:
Bewertung: (Z, H, w)
Gerätegewichte über 5 kg, in der Regel erhöhte Strömungswiderstände beim Ein- und Ausatmen
(zum Beispiel sogenannte Pressluftatmer, Sauerstoffregenerationsgeräte)

7.2.5 Handschutz

Bewertung: (Z)
zum Beispiel Handlappen, Fausthandschuhe, Fingerhandschuhe
1) wasser- (feuchtigkeits-) durchlässig: Material: Textil, Leder, Kunstfasern

2) flüssigkeitsdicht: Material: Kunstsoffbeschichtetes Gewebe, Gummi, Kunststoffe

7.2.6 Schutzanzug

Bewertung: (Z)
Bei schweren Schutzanzügen wie Hitzeschutzanzügen oder den Vollschutzanzügen der Feuerwehr muss das Merkmal ---> Dauerbelastung 5.1 berücksichtigt werden.

7.2.7 Schuhwerk

Bewertung: (A)
Zahlreiche Arten von Schutzschuhen, entsprechend den unterschiedlichen Sicherheitsanforderungen.

7.2.8 Absturzsicherung

Bewertung: (H)
Erforderlich bei allen Arbeiten mit Absturzgefahr,
vgl. ---> 7.1.3 Gefährdung durch Absturz/Versinken

(- UVV: Unfallverhütungsvorschriften der gewerblichen Berufsgenossenschaften (VBGen), Bezugsquelle Carl Heymanns Verlag, Köln.
- VBG 100: Unfallverhütungsvorschrift 'Arbeitsmedizinische Vorsorge';
- VBG 1: Unfallverhütungsvorschrift ' Allgemeine Vorschriften';
- G 20: 'Atemschutzgeräte'- Fassung 5.1981, in Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen, Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften e.V. (Hrsg.), Gentner Verlag Stuttgart 1981 und 1989)


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Strukturierter Merkmalkatalog'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Homepage: https://www.bmas.de/DE/Service/Medien/Publikationen/publikat...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

VT0165


Informationsstand: 02.11.1992

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