Inhalt

Handbikes bzw. Rollstuhlzuggeräte sowie Zusatzantriebe für Rollstühle ermöglichen das Zurücklegen längerer Strecken bei höherer Geschwindigkeit. Sie unterstützen den Fahrer, wenn die Hand- oder Armkraft nicht ausreicht um Steigungen zu überwinden.

Rollfiets sind Fahrrad-Rollstuhlkombinationen.

Diese Hilfsmittel können:

  • in Verbindung mit Rollstühlen verwendet werden
  • als alternative oder unterstützende Antriebe dienen
  • den Mobilitätsradius erweitern (Handbikes und Rollstuhlzuggeräte)
  • die Restkraft des Rollstuhlbenutzers verstärken (Radnabenantriebe)
  • Begleitpersonen beim Schieben helfen (Rollstuhlschubgeräte)

Finanzierung und Wissenswertes

Wissenswertes

Handbikes

Diese Hilfsmittel erweitern den Aktionsradius eines Rollstuhlfahrers und ermöglichen eine mittlere Fahrradgeschwindigkeit über eine längere Strecke.

Durch das Anbringen eines Handbikes an einen manuellen Rollstuhl wird dieser zu einem Dreirad. Beim Zusammenbau werden die vorderen Rollstuhlräder angehoben und das Antriebsteil wird an den Rollstuhl angeschraubt oder angeklemmt. Der Antrieb erfolgt über eine Handkurbel, die über eine Kette oder einen Zahnriemen mit dem Antriebsrad verbunden ist. Die Handkurbel kann, wie die Pedale eines Fahrrades, um 180 Grad versetzt bewegt werden oder auch parallel zueinander.

Handbikes gibt es im Handel mit klappbaren oder starren Rahmen. Gebremst werden Handbikes in der Regel über einen Rücktrittmechanismus und zusätzliche Felgenbremsen. Handbikes sind in der Regel mit einer Schaltung ausgestattet.

Man unterscheidet Handbikes, die an einen Rollstuhl angekoppelt werden und sogenannte Rennbikes. Letztere sind eigenständige Fahrzeuge, die komplett aus Rahmen, Hinterrädern, Sitz und Handantrieb bestehen. Als Sportgerät eingesetzt können Rollstuhlfahrer mit speziellen Handbikes an Wettkämpfen teilnehmen. Das wöchentliche Trainingspensum kann bis zu 400 km betragen.

Radnabenantriebe

Bei eingeschränktem Greifvermögen oder eingeschränkter Körperkraft kann der Greifreifenrollstuhl mit einem Radnabenantrieb versehen werden. Der Motor ist in die beiden Greifreifen integriert. Die Restkraft, die zur Fortbewegung über die Greifreifen noch aufgebracht werden kann wird elektronisch ausgewertet und der Motor liefert die zusätzlich aufzubringende Kraft. Diese Funktion steht auch beim Bremsvorgang zur Verfügung. Ein solcher Antrieb ist auch für Rollstuhlfahrer sinnvoll, die über genügend Kraft verfügen aber in ihrem Umfeld größere Steigungen überwinden müssen.

Rollstuhl-Zusatzantriebe

Diese gibt es zum Beispiel für die Montage an den Rädern, die dann durch einen Hilfsmotor angetrieben werden.

Rollstuhlschubgeräte

Rollstuhlschubgeräte oder Aufsteckantriebe werden eingesetzt wenn zur Fortbewegung die Restkraft nicht ausreicht um sich mit den Greifreifen fortzubewegen. Diese Geräte werden an handbetriebene Rollstühle montiert und treiben über Reibrollen die Rollstuhlreifen an.

Rollstuhlzuggeräte

Wenn die Restkräfte eines Rollstuhlnutzers zu gering sind kann für handbetriebene Rollstühle ein Zuggerät eingesetzt werden. Die Geräte sind mit einem Elektromotor versehen und können in der Regel vom Rollstuhlbenutzer selbst angekuppelt werden. Die Steuerung erfolgt über eine Lenkgabel.

Finanzierung

Handbikes mit Handkurbelantrieb können für Kinder als Hilfsmittel von der Gesetzlichen Krankenversicherung finanziert werden, hierbei wird jedoch der Einzelfall betrachtet. Handbikes können dem alterstypisch verstärkten Bewegungsdrang Rechnung tragen. Sie fallen nicht wegen der Erweiterung des körperlichen Freiraumes in die Leistungspflicht der Krankenkasse, sondern nur wegen der dadurch geförderten Einbeziehung des Kindes in den Kreis der (gehfähigen und Fahrrad fahrenden) gleichaltrigen Kinder. Ausschlaggebend ist somit die mit dem Hilfsmittel mögliche soziale Integration in die Gemeinschaft Gleichaltriger während der Entwicklungsphase des Heranwachsens.

Bei Erwachsenen werden die Kosten für Handbikes nur in seltenen Einzelfällen von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Hier lohnt sich ein Blick auf die Gerichtsurteile zu Kostenübernahme von Handbikes.

Mehr zur Finanzierung von Hilfsmitteln für den privaten Bereich in der Infothek.

Broschüre "Sicher mit dem Handbike unterwegs" (PDF, 5,88 MB) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)

Handbikes

Handbikes gibt es zur Ankupplung an manuelle Rollstühle und als eigenständige Fahrgeräte. Die Bedienung erfolgt manuell über Handkurbeln.

Zusatzantriebe für manuelle Rollstühle

Rollstuhlzuggeräte, Rollstuhlmotoren, Elektrozusatzantriebe, Schiebe- und Bremshilfen, Radnabenantriebe, Handhebel

Rollfiets

Fahrrad-Rollstuhl-Kominationen, bei denen Rollstühle an Fahrräder angekoppelt werden können. Der Rollstuhl rollt dabei und wird nicht transportiert.