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Personenkraftwagen, Lastkraftwagen, landwirtschaftliche Fahrzeuge, Gabelstapler, Baumaschinen, Wohnmobile, Motorräder und andere Fahrzeuge können an die Anforderungen und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen angepasst werden.

Zu unterscheiden sind:

  • Anpassungen, welche die selbständige Nutzung von Fahrzeugen ermöglichen
  • Anpassungen, welche die Mitnahme von Menschen mit Behinderungen in Fahrzeugen ermöglichen

Diese Hilfsmittel können:

  • mobilitätseingeschränkten Menschen das Ein- und Aussteigen in Fahrzeuge erleichtern oder ermöglichen
  • Rollstuhlnutzern den Zugang zu Fahrzeugen ermöglichen und bei der Rollstuhlmitnahme unterstützen
  • mobilitätseingeschränkte Menschen durch spezielle Fahrzeugsitze und Sitzanpassungen unterstützen
  • die sichere Fixierung von Personen auf Autositzen oder von Personen, die im Rollstuhl sitzend Fahrzeuge nutzen, gewährleisten 
  • Menschen mit körperlichen Einschränkungen das aktive Fahren von Fahrzeugen ermöglichen, auch aus dem Rollstuhl heraus

Finanzierung und Wissenswertes

Wissenswertes

Führerscheinerwerb nach Behinderungseintritt
Wollen Menschen mit Behinderungen einen Führerschein machen, muss gewährleistet sein, dass sie den Anforderungen des Straßenverkehrs gewachsen sind. Behördliche Führerscheinstellen entscheiden, unter welchen Auflagen behinderte Menschen aktiv am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Die Führerscheinstelle kann für ihre Entscheidung vom Fahrschüler medizinische oder technische Gutachten verlangen. Die Gutachten werden vom Führerscheinanwärter in Auftrag gegeben, der hierfür auch die Kosten zu tragen hat. Der Führerschein wird bei der zuständigen Führerscheinstelle beantragt. Fahrschulen für behinderte Menschen unterstützen Fahrschüler bei der Antragstellung und auch bei der Einholung von Gutachten und weiteren Fragen zum Führerscheinerwerb.

Nach bestandener Fahrprüfung werden die von der Führerscheinstelle festgelegten Auflagen (Einschränkungen der Fahrerlaubnis oder Anpassungen am Kraftfahrzeug) in den Führerschein eingetragen.

Behinderungseintritt bei vorhandener Fahrerlaubnis
Wenn bereits ein Führerschein vorhanden ist und eine Erkrankung oder Behinderung eintritt, verliert der Führerschein nicht seine Gültigkeit. Allerdings müssen Autofahrende selbst Vorsorge treffen, dass die Fahrtauglichkeit durch die Behinderung

  • nicht eingeschränkt ist oder
  • zukünftig nur mit Auflagen und Beschränkungen gewährleistet ist.

Zur Vorsorge gehören medizinische und technische Gutachten, die die Kraftfahrtauglichkeit trotz der bestehenden Behinderung oder Erkrankung bestätigen.

Anforderungen für den sicheren Transport
Werden Menschen mit Behinderungen von Fahrdiensten befördert oder fahren sie im Rollstuhl sitzend aktiv Auto, müssen Bestimmungen zur Sicherung von Rollstuhl und der im Rollstuhl sitzenden Person eingehalten werden. Bei der privaten Beförderung von Personen im Rollstuhl greifen diese Bestimmungen nicht.

Finanzierung

Leistungen der Kraftfahrzeughilfe-Verordnung

Kostenübernahme für Führerscheinerwerb und Gutachten:

Sind die Voraussetzungen für die Leistungen der Kraftfahrzeughilfe-Verordnung (§ 3 KfzHV) erfüllt, werden die Kosten für Gutachten abhängig vom Einkommen zum Teil oder vollständig übernommen. Anträge auf Kostenübernahme für Gutachten sind grundsätzlich vor der Auftragsvergabe zu stellen.

Über die Kraftfahrzeughilfe-Verordnung (KfzHV) können von den zuständigen Kostenträgern finanzielle Leistungen gewährt werden zur

  • Beschaffung des Fahrzeugs,
  • Umrüstung  des Fahrzeugs und
  • Erlangung des Führerscheins

Mehr zur Finanzierung von Hilfsmitteln für den privaten Bereich in der Infothek.

Hilfsmittel und Anpassungen zur Regelung der Geschwindigkeit

Umrüstungen für das Gaspedal, die Kupplung und das Getriebe ermöglichen es Menschen mit Arm- oder Beinbehinderungen Kraftfahrzeuge zu bedienen.

Hilfsmittel und Anpassungen für die Lenkung

Lenkhilfen ermöglichen das Fahren bei Kleinwuchs oder eingeschränkter Funktion der oberen Extremitäten bis hin zum Fehlen der Armfunktion.

Hilfsmittel und Anpassungen für Zusatzfunktionen

Diese Umrüstungen helfen bei Behinderungen der oberen Extremitäten Bedienelemente von Kraftfahrzeugen zu bedienen, die nicht mit den primären Fahrzeugfunktion wie Lenken, Bremsen und Gas geben zu tun haben.

Hilfsmittel zur Befestigung von Rollstühlen in Fahrzeugen

Rollstuhlrückhaltesysteme dienen der Sicherheit von Personen, die im Rollstuhl sitzend im Auto befördert werden. Diese Systeme werden eingesetzt, wenn für Körperbehinderte der serienmäßige Sitz nicht ausreicht.

Hilfsmittel am Auto zum Ein-und Aussteigen für Menschen im Rollstuhl

Fahrzeugumbauten zur Beförderung von Personen im Rollstuhl in oder aus Fahrzeugen.

Rollstuhlverladehilfen und Rollstuhltransport

Rollstuhlverladehilfen ermöglichen es Rollstuhlnutzern, ohne fremde Hilfe, Auto zu fahren und den Rollstuhl mit wenig Kraftaufwand selbständig zu verladen.

Karosserie-und Fahrwerksanpassungen

Anpassungen für Fahrwerk und Karosserie erleichtern Gehbehinderten und Rollstuhlfahrern den Zugang in das Fahrzeug oder ermöglichen das selbständige Fahren.

Sicherheitsgurte und Gurtsysteme

Personenrückhaltevorrichtungen erhöhen die Sicherheit während der Fahrt, wenn durch körperliche Einschränkungen der normale Gurt nicht ausreicht. Sie dienen auch der Rückhaltung von im Rollstuhl sitzenden Personen im Fahrzeug.

Autositze, Dreh-Schwenksitze, Sitzgestelle, Sitzkissen

Diese Fahrzeugsitze und Kissen unterstützen das Sitzen im Auto und erleichtern das Aus-und Einsteigen.

Aufstehhilfen am Auto

Liftsysteme und Hebevorrichtungen für Fahrzeugsitze ermöglichen es Personen, die nicht im Rolltuhl sitzen, ein- und auszusteigen. Aufstehhilfen können auf der Fahrer- und Beifahrerseite angebracht werden.

Hilfsmittel und Anpassungen zum Bremsen

Anpassungen für die Fußbremse und die Handbremse ermöglichen es Menschen mit Hand- oder Fußbehinderungen das Fahrzeug abzubremsen oder anzuhalten.