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Einführung

Pflegebetten sind an die besonderen Bedürfnisse von kranken oder pflegebedürftigen Menschen und deren Pflegepersonen angepasst. Das Einsatzgebiet von Pflegebetten ist die häusliche oder stationäre Pflege (Alten- und Pflegeheime). Weiterhin gibt es spezielle Krankenhaus- oder Klinikbetten, die an die Einsatzbereiche im Krankenhaus angepasst sind und weitergehenden Anforderungen an Hygiene, Belastbarkeit usw. unterliegen.

Pflegebetten sollen kranken bettlägerigen Menschen bequemes Liegen ermöglichen und unterschiedliche Lagerungsmöglichkeiten bieten. Für die pflegenden Personen erleichtern Pflegebetten die Arbeitsabläufe durch gute ergonomische Bedingungen wie beispielsweise Körperwäsche oder Essen reichen. Therapeuten können in einem geeigneten Pflegebett Therapiemaßnahmen durchführen.

Bei entsprechender Indikation stellen die Kranken- oder Pflegekassen ein Pflegebett zur Verfügung beziehungsweise beteiligen sich an den Kosten. Wenn dies nicht der Fall ist oder ein Pflegebett nur kurzzeitig benötigt wird, besteht alternativ die Möglichkeit, ein Bett zu mieten. Anbieter sind viele niedergelassene Sanitätshäuser oder auch spezielle Verleiher im Internet.


Aufbau und Ausstattung

Ein Pflegebett besteht aus einem Grundgestell, das zugleich auch den Bettrahmen hält. Häufig steht das Grundgestell auf Rollen, die das Bett leicht fahrbar machen.

Der Lattenrost ist in der Regel verstellbar, um unterschiedliche Lagerungen zu ermöglichen. Die Einstellung erfolgt manuell oder elektronisch. Zusätzlich kann ein Pflegebett mit einer speziellen Matratze ausgestattet werden, die nach dem Krankheitsbild des Patienten ausgewählt ist (z. B. gegen Dekubitus, erhöhte Schmerzempfindlichkeit etc.).

Für den Bereich der häuslichen oder stationären Pflege in Alten- und Pflegeheimen gibt es heute ein großes Angebot von Betten, die nicht wie typische Krankenhausbetten aussehen, sondern durch Holzverkleidung und andere Materialien einen wohnlichen Eindruck erzeugen. So gibt es beispielsweise Betten, bei denen auch die Rollen verkleidet werden können und die sich kaum von handelsüblichen Betten unterscheiden.


Unterschiedliche Lagerungsmöglichkeiten

Pflegebetten bieten unterschiedliche Lageeinstellungen, die sowohl die pflegebedürftige Person also auch das pflegende Personal unterstützen.

  • Höhenverstellbarkeit der gesamten Liegefläche

    Die Höhenverstellbarkeit des Bettes kann den Patienten beim Ein- und Aussteigen unter-stützen und erleichtert die Arbeit der pflegenden Personen. Diese können die Betthöhe in Abhängigkeit von der eigenen Körpergröße und den Tätigkeiten, die zu verrichten sind, einstellen, was ein rückenschonendes Arbeiten ermöglicht.

    Es gibt spezielle Betten, die zur Sturzprophylaxe extrem niedrig gestellt werden können. Somit können Seitengitter, bei denen sich Patienten eventuell eingesperrt fühlen, umgangen werden.

  • Teilung der Liegefläche

    Üblich sind heute bis zu 4-geteilte Lattenroste (für Rücken, Gesäß, Ober- und Unterschenkel), die in der Neigung verstellbar sind und somit verschiedenste Lagerungsmöglichkeiten bieten wie zum Beispiel:

    Oberkörper-Hochlagerung:
    Diese wird zur Atmungserleichterung bei Herz-Lungen-Erkrankungen, zur Prophylaxe von Lungenentzündungen und zur Kreislaufbelebung eingesetzt. Darüber hinaus unterstützt sie in vielen Situationen des Alltags wie zum Beispiel beim Einnehmen der Mahlzeiten, bei der Arbeit oder Beschäftigung und sie erleichtert die Kommunikation und Wahrnehmung.

    Sitzposition mit Knieunterstützung:
    Hält das Bett ein verstellbares Ober- und Unterschenkelteil vor, kann eine richtige Sitzposition eingenommen werden. Es kommt der „Knie-Knick“ zustande. Hierdurch können Staueffekte des venösen Blutrückstromes, die beim Hohlliegen des Kniebereiches auftreten können, verhindert werden.

  • Seitenlage

    Spezielle Seitenlagerungsbetten bieten die Möglichkeit, den Patienten in eine rechts- oder linksseitige stabile Seitenlage zu bringen oder in Intervallen wechselseitig zu lagern. Hierzu wird die Lagerfläche jeweils auf einer Seite angehoben. Im Vordergrund der Anwendung steht die Dekubitus-Prophylaxe, also der Schutz vor Wundliegen.

  • Stehposition

    Einige Pflegebetten bieten die Möglichkeit der Stehposition. Bei der Stehposition wird der Patient mit der gesamten Lagefläche aus der waagerechten, liegenden Position über das Fußende in eine senkrechte, stehende Position gebracht. Bei einigen Krankheitsbildern ist es aus medizinischen Gründen sinnvoll, regelmäßig in die Stehposition zu wechseln.

  • Aufstehbetten

    Aufstehbetten besitzen eine drehbare Liegefläche. Sie bringen den Patienten von der Liegeposition durch Anwinkeln und Drehen des Lattenrostes in die Sitzposition (Füße stehen dabei neben dem Bett). Durch zusätzliches Anheben der Sitzfläche reduziert sich der Kraftaufwand zum Aufstehen aus dem Bett erheblich. Für die pflegenden Personen bietet dies unter Umständen eine große Entlastung bei der Pflege.


Antrieb für Lageeinstellung

  • Elektrisch

    Die meisten Pflegebetten sind heute mit elektrischem Antrieb ausgestattet. Der Elektromotor und die benötigten Antriebseinheiten befinden sich unter dem Lattenrost. Mittels eines Handschalters beziehungsweise über eine Fernbedienung kann der Patient so vom Bett aus unterschiedliche Lagepositionen einrichten oder verändern. Häufig werden nicht alle Verstellmöglichkeiten eines Bettes elektronisch unterstützt. Priorität hat die Einstellung des Rückenteils, Fußteile werden eher manuell bedient.

    Für die pflegenden Personen stellen elektrisch verstellbare Betten eine große Erleichterung ihrer Tätigkeit dar, vor allem, wenn Patienten nicht in der Lage sind, selbst gewichtsentlastende Bewegungen oder Körpergewichtsverlagerungen (z. B. Oberkörper aufsetzen) durchzuführen.

    Durch konstruktive Mängel elektrischer Pflegebetten kam es in der Vergangenheit zu schweren Unfällen. Aus diesem Grund wurden für die Betreiber stationärer Einrichtungen Checklisten zum Kauf und zur Wartung der Betten entwickelt. Lesen Sie hierzu auch Sicherheitsrisiken bei Kranken- und Pflegebetten (PDF, 128 KB).

    Grundsätzlich unterliegen Pflegebetten dem Medizinprodukte-Gesetz sowie diversen anderen Bestimmungen. Wird ein Bett für die häusliche Pflege benötigt, ist darauf zu achten, dass das Pflegebett über eine Hilfsmittelnummer verfügt. Dann ist es im Verzeichnis der Kranken- oder Pflegekasse gelistet und wurde von unabhängiger Stelle auf die technische Sicherheit überprüft.

  • Manuell

    Es gibt auch noch rein manuell verstellbare Betten. Häufig kann der Patient aufgrund der mechanischen Konstruktion die Verstellung der Liegeflächen nicht selbst durchführen und ist dabei auf personelle Unterstützung angewiesen. Manuell verstellbare Betten empfehlen sich nur, wenn die zu pflegende Person selbst Körpergewichtsverlagerungen durchführen kann. Ansonsten ist auf Seiten der Pflegeperson ein hoher körperlicher Einsatz erforderlich.


Weitere Funktionen und zusätzliche Ausstattung

  • Schwerlastbetten

    Für besonders schwergewichtige Personen gibt es ein größer werdendes Angebot an speziellen Schwerlastbetten. Sie sind besonders stabil und robust gebaut, sind eventuell mit breiterer Liegefläche ausgestattet und bieten elektrisch verstellbare Lagerungseinstellungen auch für diese Personengruppe. Häufig sind sie so konstruiert, dass problemlos höhere Matratzen eingesetzt werden können.

  • Seitengitter / Seitenlehnen

    Viele Betten bieten die Möglichkeit, Seitengitter zu ergänzen. Diese bieten Schutz vor dem Herausfallen aus dem Bett. Es gibt durchgehende Seitengitter oder geteilte Seitengitter. Letztere reichen häufig aus und haben den Vorteil, dass sich Patienten nicht eingesperrt fühlen.

  • Aufrichthilfen und anderes Zubehör

    Verschiedene Betten bieten Vorrichtungen zur Ergänzung zusätzlicher Hilfen wie zum Beispiel zur Montage einer Aufrichthilfe (Bettgalgen), zum Anbringen eines Motors für eine Wechseldruckmatratze (Anti-Dekubitus-Matratze) oder Halterungen für Infusionsflaschen.


Alternative zum Pflegebett: Einlegerahmen

Einlegerahmen bieten zum Kauf eines kompletten Pflegebettes die Alternative, ein vorhandenes, normales Bett so auszustatten, dass es den Anforderungen behinderter und chronisch kranker Menschen durch Verstellmöglichkeiten und Liegekomfort gerecht wird. Sie können wie jeder andere Rahmen, der nicht Bestandteil der tragenden Konstruktion ist, in das Bettgestell eingelegt werden. Erhältlich sind manuell oder elektrisch verstellbare Einlegerahmen.

Beachtet werden sollte, ob diese Einlegerahmen die Pflegearbeit unterstützen. Beispielsweise könnte die Verwendung eines Einlegerahmens in einem Doppelbett die Arbeit erschweren, da es nicht von beiden Seiten zugänglich ist.

Eine Produktübersicht an Pflege- und Krankenbetten sowie Zubehör finden Sie im Hilfsmittelbereich Betten und Bettzubehör.


Informationsstand: 2014